Jump to content

Willkommen in der Triumph Tiger Community.

Tigerhome - ein Heim für Tiger (est.1998 by sp)

berndwohltmann

Rumänien Schottertour 2015 - WildRats MudRun

Recommended Posts

Hallo in die Runde,

wi haben im letzten Jahr mit ein paar Freunden eine Schotter Tour durch Rumänien gemacht - und jetzt in der dunklen Jahreszeit uns Bild- und Textmaterial aufgearbeitet.

Da ich sehr gerne Reiseberichte lese, wollte ich hier auch einmal selber dazu beitragen. Der Text kommt größtenteils von Klaus - die Kommentare und Bilder und Filme größtenteils von mir. Die Mitfahrer haben ebenfalls diverse Bilder und Kommentare beigetragen.

Das schönes ist, das man beim Erstellen eines solchen Berichtes und Bearbeitung der Filme den Urlaub immer wieder erlebt - und einfach nicht aus dem Grinsen herauskommt.

Ich hoffe, das ich sowohl die Bilder als auch die Filme hier vernünftig einbinden kann - das ist mein erster Versuch dieser Art hier im Forum.

Aber lest selber....

Tagebuch einer phantastischen Urlaubstour mit Freunden durch die Karpaten und die Walachei

post-7906-0-19830000-1453072139_thumb.jp

Das Team ist:

Jörg Triumph Scrambler 865

Florin Opel Zafira mit Trailer

Bernd Triumph Tiger 800 XCx

Axel (Odin) BMW R 100/GS

Klaus ThruxScram 865

Alexandru Natalat Tourguide BMW R 1150/GS

Erek BMW F 650

Ulrich (Uli) BMW R 60/6 800 ccm

Imre Triumph Tiger 800 XCx

Lars Triumph Tiger 800

post-7906-0-85783900-1453072047_thumb.jp

Bearbeitet: von berndwohltmann

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Vorspann:

Geistige Stunde Null der Rumtour 2015.

Bernd, Fischer und ich waren im Winter 2014-15 auf der Rückreise nach einem Vortrag, von Erik Peters, über eine Motorradtour durch Alaska, in Hamburg. Wir sprachen über die Saison 2015 und hatten die Idee, inspiriert vom Vortrag, auch eine Tour zu planen. Bernd schlug vor zum Nord Kap zu fahren, ein Punkt auf seiner Löffelliste, das war mir aber zu kalt und zu teuer. Aber ein anderer Punkt auf der Löffelliste klang sehr verlockend, die Tranfagarasan in Rumänien. Ich hatte noch nie davon gehört und habe, zuhause angekommen, erst einmal Tante Google bemüht.

OK, das klang super, der Osten reizte mich schon lange und die Tour sollte in mein Budget passen. Bernd hatte mittlerweile im WWW einen Mann gefunden der eine Karpaten Tour anbot, auf der auch die Transfagarasan im Programm stand und das alles zu einem sehr günstigen Kurs.
Das klang verlockend, es gab zwei Varianten zur Auswahl. Die komplette Tour auf guten Straßen oder als Soft Enduro Tour auf überwiegend Nebenstraßen, Schotter-Wald und Feldwegen.

Ja wenn alles noch weit weg und hypothetisch ist, wird man schon mal leicht übermütig. Ich sagte: „Lass uns die Schotter Tour fahren, das ist mal was neues“.

Gesagt getan und somit haben wir die Schotter Tour gebucht.
Nach und nach begeisterten Bernd und ich einige Leute, aus unserem Bekanntenkreis, für die Tour. Anfangs waren es noch eine Menge Interessierter die mit wollten, aber das dezimierte sich, als es konkret wurde, auf den harten Kern, der oben genanten Fahrer.

Ende des Frühlings 2015 waren wir 7 verwegene Piloten, die es wagen wollten.
Das reichte um die Gruppe dicht zu machen, d.h. es kamen keine Fremden dazu, wir bezahlten etwas mehr aber wir waren eine geschlossene Gruppe. (Die Tour war auf max.10 Leute begrenzt)
Ronny musste aufgrund eines Jobwechsels ausscheiden, aber dafür kam Axel in die Gruppe.
Zum Schluss, 4 Wochen vor dem Tour Start, kam Ulrich dazu. Er hörte über einen Freund von der Tour und entschloss sich sehr kurzfristig mit zu fahren und das mit 61. Respekt, das nenne ich flexibel.

Inzwischen designte Jörg in mühevoller Arbeit das „Wild RAT“ Logo lies und für jeden Piloten Patches mit eingesticktem Namen anfertigen.

Keiner von uns hatte ein passendes Bike für die Tour. Einige kauften sich ein neues Zweit oder Dritt- Motorrad. Die anderen haben sich was günstiges, gebrauchtes gekauft, in der Absicht es nach der Tour wieder zu verkaufen.
Axel hatte noch eine alte BMW in Teilen, an der er bis zum letzten Tag vor der Tour geschraubt hat. Ulrich lies seine BMW R 60/6 noch kurzfristig bei Heinz Bals umbauen und off Road tauglich machen.

Ich habe im Juli eine Unfall Thruxton gekauft, den Unfallschaden beseitigt, sie zum Scrambler umgebaut und wie Axel bis zum letzten Tag vor der Tour an dem Krad geschraubt.

Da wir alle über keine oder nur wenig Off Road Erfahrungen verfügten, trafen wir uns im August an einem schönen Sonntag zu einem kleinen Enduro Fahrtraining.

Zum kennenlernen fuhren wir Feld und Wirtschaftswege, war total easy. Haben dann noch einen kleinen Abstecher nach Hellwege gemacht und sind auf den Truppenübungsplatz eingedrungen.

Ronny kannte den Weg durch den Wald über einen Wall auf das Gelände. Ronny vorweg, wir seiner Spur? - einer Spur? hinterher und gerieten auf einen Weg aus tiefem losen Sand.

Die andere Hälfte folgte der richtigen Spur auf die Panzer Ringstraße. Wir kämpften uns also durch den tiefen, losen Sand und trafen die anderen Gott sei Dank ohne Sturz wieder.

Habe dann dem Rest von der Passage erzählt und aus tiefster innerer Uberzeugung gesagt, dass wir auf der Tour so etwas ganz sicher nicht erleben werden. Die Reise wird ganz easy, wir sind ja keine Enduro Fahrer und es soll ist ja ein Soft Enduro Urlaub werden.

Während des Trainings überraschte uns Jörg mit seinem Eifer. Er ist mit seinen Motorrädern ja eher sehr vorsichtig und sie sehen immer wie aus dem Ei gepellt aus.

Jörg war ein sehr eifriger Schüler und nutzte jede Gelegenheit, um voll durch die Pfützen und Schlammlöcher zu fahren. Sein Motorrad sah entsprechend aus und auf die Frage hin, ob er seine Frau schocken wolle, wenn er nach hause kommt, sagte er: „Habe ich schon, habe ihr Bilder vom völlig verdreckten Motorrad geschickt“.

Dann im weiteren Verlauf auf dem Rückweg, wir wurden mutiger und die Wege rutschiger, passierten die ersten zwei Ausrutscher und Umfaller im Wald. Ok, wir sind dann auf Wirtschaftswegen geblieben und easy nach Asendorf in die Eierschale gefahren.

Tenor am Ende des Tages, gut dass wir auch so schwierige Passagen gefahren sind, somit haben wir uns gut vorbereitet, in Rumänien wird das nicht so schlimm, es soll ja eine Soft Enduro Tour werden.

 

 

Und ein kleiner Vorgriff auf Tag 7 - warum die Tour MudRun heißt die Vorbereitung absolut unzureichend waren :-))

 

 

Bearbeitet: von berndwohltmann
  • Like 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Rumänien ist ein absolutes Töff Land.

Die Routen sind grandios, die Leute wirklich hilfsbereit, das Essen und Trinken reichlich, die Polizei noch einigermassen ertragbar, Unterkunft eigentlich nie ein Problem, auch im Frauenkloster :lol:

Alexandru ist cool und sehr hilfsbereit. Er hat mir mehrfach seine Hlfe angeboten, ich habe sie zum Glück aber nie gebraucht. :P

Gruss

Daniel

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Tag 1 04/09/15 Home - Hamburg - Wien

15 Uhr in Oyten, Treffen beim Daisý s Dinner. Jörg hat für jeden von uns auch noch Fahnen mit dem Wild RAT Logo bedrucken lassen und mitgebracht. Die Fahnen befestigten wir an den Motorrädern. Ronny war auch dabei und begleitete uns noch bis nach Hamburg. Er war ursprünglich im Autoreisezug eingebucht und reichte sein Reise Packet an Axel weiter, aber es konnte irgendwie nicht umgebucht werden. Falls Schwierigkeiten aufgetreten wären, hätten wir da noch was regeln können. Er wäre sehr gerne mitgekommen, aber das ging ja nicht. Ja leider, denn er hat eine phantastische Reise mit tollen Erlebnissen verpasst.

post-7906-0-17624400-1453124827_thumb.jp

post-7906-0-51999300-1453123591_thumb.jp

Motorräder verladen war easy, die Zugabteile dagegen sehr klein und unbequem. Die Nacht habe ich „verschlafen“, andere bekamen kein Auge zu.
Ulrich hat kein Ticket mehr bekommen und ist auf eigener Achse nach Bratislava gefahren, er will von da aus nach Ungarn fahren und uns an der Grenze zu Osterreich treffen.

Lars ist von Sofia - Bulgarien aus aufgebrochen, er will über Serbien nach Oradea fahren und uns da treffen.

post-7906-0-52648000-1453123550_thumb.jp

Tag 2 05/09/15 Wien - Oradea

Die Ankunft in Wien war pünktlich, Frühstück gab es im Zug. Den Wagon durch den engen Gang zu verlassen, mit dem Gepäck und Helm, war bisschen nervig, alle Gäste wollten das gleiche: raus. Dann warten auf dem Bahnsteig bis die KFZ Wagons auf das verlade Gleis zur Rampe geschoben wurden. Motorräder runter vom Waggon, Gepäck auf die Bikes, Bahnhof verlassen und los.

Am Ortsausgang Wien hatten wir das erste Problem, Axel ́s BMW fing an zu stottern, Probleme mit der Lichtmaschine. So kann ́s kommen wenn man bis zur letzen Minute schraubt und keine Zeit mehr zum Testen hat. Ab da fuhr er ohne Licht, so sollte es erstmal gehen. Dann recht schnell zur letzten Tanke vor der Grenze nach Ungarn. Motorräder volltanken und los, so war der Plan.

Wir bekamen da schon mit das es an dem Grenzübergang Nickelsdorf Probleme geben soll, egal erst mal hin. Kurz vor der Grenze eine Polizei Sperre, „hier kommt ihr nicht durch, die Grenze ist dicht, wegen der Flüchtlinge“ so der Beamte. Er hat uns dann erstmal in die falsche Richtung geschickt und wir gerieten mitten in den Flüchtlingstreck, der es über die Grenze nach Osterreich geschafft hat und dort sahen wir das ganze Elend.

Der nächste Gendarm: „Wo kommt ihr her und was macht ihr hier“. Wir erzählten unsere Story und wurden sofort zurück geschickt. Im Dorf angekommen, trafen wir noch eine andere Motorrad Gruppe, die wir schon aus dem Autoreisezug kannten. Die wollten es über die Slowakei versuchen.

Axel ging erstmal in den Dorfladen und bekam die Info das man im Wald auf alten Schmuggler Wegen über die Grenze kommen kann, ich war sofort dabei, aber einigen von uns war es zu riskant. Also brachen wir auch in Richtung Slowakei auf.

Vorher nahmen wir erstmal Kontakt mit Ulrich auf, der wollten eigentlich in Ungarn an der Grenze zu uns stoßen, er kam aus Bratislava und ist problemlos über die Grenze gekommen. So musste er leider alleine nach Oradea weiterfahren.

Wir sind also los in Richtung Slowakei und kamen problemlos ins Land und dann weiter über die Grenze nach Ungarn. Das kostete uns aber ca. 2 - 3 Std. Dann 450 KM Ungarische Autobahn, das war unglaublich langweilig. Die Autobahn ist nahezu neuwertig, super im Zustand und kaum befahren.

In Ungarn begegneten wir immer wieder Flüchtlingen, die an der Autobahn entlang, Richtung Osterreich liefen, manchmal zu zweit, manchmal in kleinen Gruppen, teilweise schliefen einige in den Straßengräben. Das war schon ein bedrückendes Bild.

Dann, schon im dunkeln vor der Grenze, fuhren wir an einer sehr langen LKW Schlange vorbei und reisten problemlos nach Rumänien ein. Die Grenze und die Wechselstube bestätigten unsere Vorstellung von Rumänien, das war echt wie vor 100 Jahren.

Dort trafen wir Alexandru unseren Tourguide, kurzes bekannt machen, Geld umtauschen und los, nach Oradea. Spät angekommen im Hotel Silver, schnell die Motorräder abgepackt, das Gepäck auf die Zimmer gebracht und sofort wieder runter.
Das Gepäck wurde von da ab in unserem Begleitfahrzeug von Hotel zu Hotel transportiert. Den Job übernahm Florin.

Wir trafen uns dann auf der Terrasse, dort gab es ein Begrüßungsessen , die Tour wurde besprochen, noch ein paar Bier und dann ab auf ́s Zimmer, das ich mir von da ab mit Erek teilte.

Video zur Anreise und Tourtag 1

http://youtu.be/p7mpONRta6Y

Bearbeitet: von berndwohltmann

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Tag 3.1 06/09/15 Oradea - Scarisoara (Alba)

 

post-7906-0-16302500-1453124895_thumb.jp

 

Start der eigentlichen Tour, wir verließen Oradea durch eine Zigeuner Siedlung am Ortsrand, das war das pure Elend. Mal sehen auf was wir uns da eingelassen haben, das ist das Rumänien meiner Vorstellung und der Medien Berichte.

Zum kennenlernen fuhren wir erstmal auf Nebenstraßen durch die Dörfer. Das Wetter war warm und stark bewölkt, kurze Zeit später fing es an zu regnen. Nach einiger Zeit signalisierte ich Alexandru dass wir uns die Regenkleidung anziehen wollen und hielten dann in einem Dorf auf der Straße vor einem alten Haus, sofort kam ein Mann heraus und fing auf Rumänisch mit Alexandru das palavern an. Wir, mittlerweile umgezogen, fragten was der Mann will. Alexandru sagte, dass er uns unbedingt in sein Haus auf einen Tee einladen will, was wir aber dankend ablehnten.

Kurz darauf ging es auf unsere erste off Road Passage, zuerst noch ganz locker, mittlerweile fing es stärker an zu regnen, der Weg wurde schmaler, steiler und lehmig. Alex hielt skeptisch schauend an, Ulrich mit Schwung dran vorbei und ich hinterher. Wir kamen aber nur wenige Meter voran, weil es zu rutschig war. Ok, wir sind ja keine Enduro Fahrer, wollen es langsam angehen lassen und Spass haben, also zurück, umgedreht und einen anderen Weg gesucht.

Im leichten Regen fuhren wir dann Schotter Pisten und Waldwege. Das hat richtig Spass gemacht, wir wurden immer mutiger, voll durch die Pfützen und der Dreck konnte gar nicht weit genug spritzen. Da waren wir noch hoch motiviert und voller Tatendrang.

 

Auf einem Waldweg hatten wir unser erstes Problem, Axel sah das am Motorrad unseres Tourguide`s der Auspuff nur noch lose am Krümmer hing. Ich hatte, in meinem mitgeführtem Schraubensortiment, eine passende Schraube dabei und so konnten wir den Schalldämpfer wieder befestigen.

 

post-7906-0-71828400-1453124927_thumb.jp

 

Während dessen sahen wir das Alexandru ́s Motorrad auch noch einen schleichenden Plattfuss im Vorderreifen hat, aber kein Problem als Tourguide hat man ja Reifenpilot dabei. Nur die Dose war aber wahrscheinlich noch aus der Ceausescu Zeit und hatte natürlich keinen Druck mehr.

Bernd, er kam am ersten Tag zu spät zum Treffen, weil er in weiser Voraussicht noch eben solch eine Dose bei Polo besorgt hat. Nur die deponierte er aber leider im Gepäck Transit Fahrzeug und das war weit weg.

Ulrich, mit dem ältesten Fahrzeug der Gruppe, einer BMW 60/6, hatte eine Luftpumpe dabei. So etwas war früher noch normales Bordwerkzeug, aber die Pumpe war noch älter als Alexandru ́s Dose und bracht trotz aufopfernder, abwechselnder Pumperei keinen Erfolg, wir schossen dann eine Patrone CO2 rein, das ging erstmal bis zur nächsten Tanke.

 

Das brachte unseren engen Zeitplan aus dem Lot. Wir wollten eigentlich noch eine Eishöhle besuchen, verschoben das aber dummerweise auf den nächsten Tag.
Mittags gab es eine Schweinshaxe mit Bohnen, das war mal eine Portion, boah waren wir voll.

Da sahen wir auch zum ersten Mal eine Zigeuner Familie mit Planwagen und Pferd.

 

Die Motorräder waren da schon total verdreckt, wir sind zwar keine Enduro Fahrer, sahen aber so aus und fühlten uns auch so. Sind dann noch ein paar schöne Strecken gefahren und spät in der Nähe von Alba, glaube ich, angekommen.

Jörg und ich hatten mit unseren Motorrädern die geringste Reichweite und mussten unbedingt tanken. Wir kamen dann an eine uralte Dorf Tankstelle, da gab es den Sprit nur gegen Bargeld, aber wir konnten weiter.

An der Pension angekommen, versorgten wir dann erstmal Alexandru ́s Vorderrad mit Bernd ́s Reifen Pilot und das hielt auch bis zum Schluss der Tour. Die Pension war super, wir waren die einzigen Gäste und hatten abends eine Menge Spass.

 

Video Tourtag 1 und Anreise

 

 

Bearbeitet: von berndwohltmann

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Tag 4.2 07/09/15 Scarisoara - Orastie

Morgens organisierte Florin von unserem Gastwirt ein paar Kanister und besorgte damit Kraftstoff, damit wir auf dem Umweg zur Tanke nicht noch mehr Zeit verlieren. Das Betanken der Motorräder, mit einem Trichter aus einer abgeschnittenen Flasche und einem Tuch als Filter, wurde dann auch eine schöne Panscherei. Unser Plan morgens immer um 9:00 zu starten, klappte nicht so richtig. Sind dann so um halb 10 losgekommen und erst mal dummerweise zu der Eishöhle gefahren, was unseren Zeitplan für diesen Tag auch schon wieder in Schieflage brachte.

Da geht’s runter in die Eishöhle

post-7906-0-05662700-1453135453_thumb.jp

post-7906-0-74869500-1453135492_thumb.jp

post-7906-0-36263500-1453135836_thumb.jp

Nach dem Aufstieg aus der Eishöhle kamen einige von uns zum ersten Mal auf der Tour an ihre Grenze.

post-7906-0-82330200-1453135847_thumb.jp

Die Eishöhle hätten wir streichen sollen, aber hinterher ist man ja immer schlauer. Das Wetter war wieder gut und trocken.

Danach fuhren wir auf gutem Asphalt durch ein wunderschönes Tal und dann wechselte die Straße völlig unvermittelt auf Schotter und so ging es im Wechsel weiter.

post-7906-0-50172300-1453135607_thumb.jp

 

Dann kam ein Wald - Schotter Weg, der lies sich gut fahren, bis wir an eine steile Passage kamen die vom Regen so ausgespült war, dass sie für uns nicht fahrbar erschien, wir sind ja schließlich keine Enduro Fahrer.

post-7906-0-09237800-1453135580_thumb.jp

Also fuhren wir ein Stück zurück und nahmen einen anderen Weg, der war gut zu fahren, nach einer guten Stunde kamen wir auf ein Hochplateau, dort hatten wir einen traumhaften Blick auf die Karpaten.

 

Durch die Schlammpassagen waren mittlerweile Jörg ́s und mein Ölkühler total verkleistert, ergo schlechte Kühlung. Meine Öltemperatur stieg dann auch auf 130 Grad an. Bin dann den Berg mit abgestelltem Motor runtergerollt, das ging super und das Ol kühlte auf 80 Grad ab. Die bergab Passage dauerte ca. 45 Minuten. Wir steuerten dann erstmal eine Tankstelle an, wo wir Sprit bunkerten und unsere Ölkühler mit einem Wasserschlauch reinigten.

 

post-7906-0-29196400-1453138852_thumb.jp

 

Dann weiter, wieder durch ein schönes Tal, mitten drin ein Restaurant. Wir da rein und da wir natürlich die Karte nicht lesen konnten, bestellten wir auf Alexandrú s Rat hin Cevapcici. Das war nicht der Hit und für mich das einzige Mal auf unserer gesamten Tour das mir das Essen nicht schmeckte.

 

Dann ging es weiter auf super geilen Waldwegen auf denen die ersten leichten Stürze passierten. Auf einem Plateau hielten wir an, um eine kurze Pause und ein paar Bilder zu machen.

 

post-7906-0-96416000-1453139153_thumb.jp

 

Dann kam ein steile Bergab Passsage mit einem ausgefahrenen Weg, besonders die Kurven waren sehr ausgewaschen. Der Boden war sehr griffig und gut zu fahren, also Feuer und runter, das war super geil, unten angekommen erstmal den Glückshormon Spiegel runterfahren, damit ich nicht übermütig werde.

Ein Moment später kam Jörg und dann kam keiner mehr. Nach einer Zeit ist Jörg zu Fuss ein Stück wieder rauf, um zu schauen was los ist, es gab wohl einen paar Stürze in der Gruppe. Er stellte dann in einer schönen bergab Hohlkurve geistesgegenwärtig sein IPhone auf Video. Erek, Ulrich und Axel, ohne ABS ausgestattet aber mit der richtigen Bremstechnik völlig souverän da durch. Bernd auf der Vorderradbremse mit herunterbaumelnden Beinen, ABS regelt ja alles weg, gerät aus der Hohlkurve auf den Rand und bekommt gerade noch so die Spur nach unten.

Dann kam Lars, das gleiche Spiel, nur er schoss aus der Kurve raus, über eine abschüssige Wiese der Schwerkraft folgend nach unten. Weiß nicht wie er es geschafft hat das Motorrad heil nach unten zu bugsieren.

 

Jörg hat da einen schönen „ABS Lehrfilm“ gedreht. Tja das haben wir leider nicht trainiert.

 

 

 

Von unten betrachtet, sah es so aus als würden wir bei jemanden durch den Garten fahren, so sauber war es da.

Dann nochmal eine schöne Schotterpiste und danach kamen wir spät, in einer ehemaligen Kaserne der Rumänischen Armee, die zu einem Abenteuerpark ungestaltet wurde, an.
Der liegt in Eisenmark in der Nähe von Orästie, das war dann auch unser Quartier für diese Nacht, ist mal ganz was anderes.

post-7906-0-43759500-1453135967_thumb.jp

post-7906-0-55840800-1453135980_thumb.jp

 

Und hier der Link zur Tagesetappe als Film:

 

 

 

 
Bearbeitet: von berndwohltmann
  • Like 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Das ja mal ne geniale Tour!!! Gib uns mehr ???

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Tag 5.3 08/09/15 Orastie - Orsowa

Unser Ziel fur heute ist Orsowa. Wir brachen dann erstmal in Richtung Suden zu einer Burg Besichtigung auf. Zuerst ein Stuck gute Straße und dann in einem Nationalpark, dort wurde gerade die Strasse erneuert, weiter auf einer Schottenpiste. Wir also durch die Baustelle, ich sage mal so ca. 12 Km, nur Schotter, mal schlechter, mal besser, das war schon mal ganz ordentlich.

Dann rauf zur Burg , mit engen Kehren und ordentlich Steigung, auch alles auf Schotter. Eine dieser Kehren wurde Ulrich zum Verhängnis, Ulrich der die Kehre zu weit innen fuhr, musste stoppen, trat rechts ins Leere und schon lag die 60/6 auf der Seite. Nach dem wir die BMW wieder aufgerichtet haben, fuhren wir dann weiter hoch zur Burg.

Dort demontierte ich erstmal meine Werkzeugtasche, durch die Schlage auf den Schottenpassagen brach eine Befestigungsschelle und die Tasche zerschlug das Rücklicht. Das reparierte ich notdürftig mit Isolier Band und es hielt auch bis zum Schluss. Die Werkzeugtasche transportierte von da ab Erek auf seiner F 650.

Die Besichtigung der Burg hatten wir uns schenken sollen, unser Zeitplan war zu eng. Ja was soll ich sagen? Der kulturelle Teil halt uns offensichtlich vom essentiellen der Tour ab, dem Gravelroad fahren. Wir besannen uns dann eines besseren und begaben uns auf die Schotter Piste nach unten. Auf dem Weg nach unten schlug die Schwerkraft bei Imre, in der selben Kehre wie bei Ulrich auf dem Weg nach oben, zu. Nach dem wir das Krad wieder aufgerichtet haben, ging es zurück in die Baustelle auf die Schotter Piste und dort zogen wir mal ordentlich die Kette stramm. Auf der Strasse ging es dann weiter bis in die Nahe von Hateg. Dort, in einem schonen Lokal, direkt an einer vierspurigen Haarnadelkurve, bekamen wir ein köstliches Mittagessen.

post-7906-0-20379900-1453149267_thumb.jp

 

Danach ging es auf der Straße zum Redezart Nationalpark und der verdient seinen Namen wirklich. Auf dem Weg dorthin versenkte Axel seine BMW bei einer Flussdurchfahrt im Wasser und lag neben dem Krad im kühlen Nass. Leider hatte niemand die Kamera an.

Dann ging es kreuz und quer auf Schotter Pisten, Waldwegen und schmalen Pfaden hoch in die Berge. Landschaftlich und fahrerisch ein Traum, sind oft angehalten zum Staunen und fotografieren

post-7906-0-89323000-1453149457_thumb.jp

Dann die Berge wieder runter, zwischen durch flog aus Axel ́s BMW die rechte Zündkerze samt Gewinde raus. Haben einiges vergeblich versucht sie wieder fest zu schrauben, letztendlich rodelten wir sie mit Draht fest, damit Axel wenigstens die Etappe zu Ende fahren konnte.

post-7906-0-07143600-1453149490_thumb.jp

 

Hier war es genau 17 Uhr, wenn die Tages Etappe jetzt zu Ende gewesen ware, hatten wir gesagt, das war ein super Tag. So, nun waren wir also in diesem Tal, es war warm und staubig, fahren wir auf die Straße, ab ins Hotel und unter die Dusche, so dachten wir. Die Sache hatte leider einen kleinen Haken, bis zur Straße waren es etwa 80 KM Schotter sehr staubig, rechts und links nur Gegend und sehr selten mal ein Kohler oder eine Waldarbeiter Hütte, sonst nichts.

post-7906-0-14260100-1453149523_thumb.jp

Der Weg oder besser die Piste war ubersät mit Schlaglochern und Pfützen, teilweise groß und tief wie Kinderplanschbecken. Wir hatten schon 50 Km off Road in den Knochen und wussten nicht was da noch auf uns wartet. Ich dachte unterwegs nur, die Piste muss doch irgendwann mal zu Ende sein. Jorg und ich hatten nicht mehr viel Sprit in den Tanks, es wurde immer knapper und wir rollten dann auch mit dem allerletzten Tropfen auf die Tankstelle.

Wegen der starken Staubentwicklung teilten wir uns in kleine Gruppen auf. Mein Scrambler Kollege Jörg und ich fuhren die Piste im Dauerslalom und über die komplette Distanz im stehen, 2 Stunden lang. Das ist zwar nur ein Schnitt von 40 Km/h und klingt eher langsam. Wir bügelten aber in einer Material mordenden Geschwindigkeit uber die Piste.

Meine ThruxScram und Jörg ́s Scrambler haben ja eher ein straffes Straßen Fahrwerk und ich weiß nicht wie viel tausend Schlage die Motorräder an uns Fahrer ausgeteilt haben.

Wir sind zwar keine Enduro Fahrer, fühlten uns aber wie eben solche auf einer Paris - Dakar Etappe. Um 18:55 verließen wir die Schlagloch Piste und warteten auf den Rest. Anschließend fuhren wir noch ein Stuck Strasse zum Hotel, direkt an der Donau und Grenze zu Serbien.

Dort kamen wir um 19:30 an, dann schnell unter die Dusche und runter an ́s Bufett bevor sie abräumen. Wir dachten, das wird wohl die härteste Etappe der Tour gewesen sein. Ist ja eine Soft Enduro Tour. Ha ha. (Hat aber einen Heidenspass gemacht)

post-7906-0-11102600-1453149567_thumb.jp

post-7906-0-52243900-1453149590_thumb.jp

Und der übliche Video des Tages:

 

 

Bearbeitet: von berndwohltmann

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Guter Bericht mit schönen Photos, Gratulation :lol:

Die Scărișoara Eishöhle fand ich persönlich noch ganz interessant. Schöne Anreise, im Osten ist allerdings wirklich Arme Leute Land.

Einladungen von Einheimischen versuche ich fast ausnahmslos anzunehmen. Hier lernst Du wirklich was vom Land, wirst bewirtet und plauderst stundenlang. Kleine Geschenke solltest Du deshalb immer dabei haben. :P

Gruss

Daniel

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Moin Daniel,

für solche Gespräche hat einfach die Zeit gefehlt - die Tagesetappen waren recht eng geplant - aber das habe wir nicht als Nachteil empfunden.

Wir sind mit Vorurteilen - wie es wohl kaum anders geht - angereist, und haben während der Tour Land und Leute lieben gelernt.

Unser Rumänisch ist nicht besonders gut - and viele Einheimische konnten weder Englisch noch Deutsch.

Und unser Ziel waren Schotterstrassen - und die haben wir sehr, sehr genossen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Tag 6.4 09/09/15 Orsowa - Sibiu (Hermannstadt)

Heute steht die Transalpina auf dem Plan. Axel ist leider nicht dabei, er versucht jemanden zu finden, der ihm eine Stahlbuchse dreht und in den Zylinderkopf einsetzt um die Zündkerze wieder festschrauben zu können. Schade das Axel gerade diese Etappe verpasst hat.

Morgens, zum warm werden, machten noch einen kleinen Abstecher ans Donau Becken. Wunderschöne Landschaft. Vor einem hohen Felsen, in den jemand ein riesiges Gesicht gemeisselt hat, hielten wir an um ein paar Bilder zu machen und dann schnell weiter, die Transalpina wartet.

post-7906-0-99330600-1453153610_thumb.jp

Es ist ein schöner Tag, nahezu wolkenlos und angenehme Temperaturen.
Nein, ich muss sagen der perfekte Tag fur die Transalpina
Ulrich hat sich leider den Magen verdorben, er bekam Durchfall und musste sich einmal wahrend der Fahrt übergeben. Zum Gluck trug er einen Jet Helm.

Gott sei Dank, wurde Bernd von einer seiner Tochter genötigt, eine umfangreiche Reise Apotheke mitzunehmen. Da war auch das richtige Medikament dabei um Ulrich ́s Leiden zu behandeln.

Unten, am Anfang der Transalpina, in einer urigen Pizzeria nochmal was gegessen und dann ließ

post-7906-0-25882000-1453153615_thumb.jp

Alexandru uns frei rauf fahren. jeden in seinem Rhythmus und er kam als letzter nach.

Wir also los, Erek vorweg. Nach ein paar Kurven hatte Erek einen anständigen Slide über beide Räder, da lag ein schmaler Streifen Sand in der Kurve, das hat er aber nicht gesehen und wusste somit nicht warum er gerutscht ist, er ließ sich dann erstmal zurückfallen. Wir sind diesen Traum einer Straße weiter hochgebügelt, Ulrich quetschte seine 60/6 aus wie eine Zitrone, sein verdorbener Magen war vergessen. Oben angekommen das pure Biker Glücksgefühl, bin bis dahin noch nie so eine geile Straße gefahren, super Hammer, Eins mit Sternchen.

 

post-7906-0-09838000-1453153620_thumb.jp

 

Ich hatte nach 2/3 der Auffahrt, beim Rausbeschleunigen aus den Kurven, zum ersten Mal auf der Tour Kupplungsrutschen, habe wahrend der Fahrt mehr Spiel eingestellt und bin dann etwas softer gefahren. Oben auf dem Gipfel angekommen, ein flaches Hochplateau mit einem 360 Grad Panorama das seines gleichen sucht, ein paar Bilder gemacht die Aussicht genossen und wieder los die Abfahrt ruft.

Runter das gleiche wie rauf, super Straße, breit, weit einsehbare Kurven, nagelneuer Asphalt, Kurven mit super Radien, die perfekte Bergrennstrecke. Aber anspruchsvoller als rauf, weil alle paar Kilometer ist ein Streifen Schotter den Asphalt unterbricht, weiss der Geier warum. Da muss man höllisch aufpassen, (der Großglockner ist ein Kindergeburtstag dagegen).

Zum Schluss noch eine tolle off Road Strecke und ab ins Hotel. Wir sind da zwar auch erst kurz vor 19 Uhr angekommen, aber das war ein sehr guter Tag.

 

post-7906-0-08934600-1453153625_thumb.jp

 

Draußen auf der Terrasse zwei, drei willkommen ́s Pils und alles war gut. Die Handys hatten auch wieder Empfang...

post-7906-0-46166300-1453153727_thumb.jp

 

Mich wurde mal interessieren, was die Leute so denken, wenn wir von oben bis unten total verdreckt in so einem Hotel, ein piekfeiner Laden, ankommen?

 

post-7906-0-80368500-1453153628_thumb.jp

 

Das Abendessen war dann im Gegensatz zur Lokalität eher ernüchternd, fertig panierte Schnitzel aus der Tiefkühlbox mit Kroketten, das war nicht der Hit, aber der Hunger trieb es rein.
Vielleicht dachten sie, fur Leute die so aussehen, da reicht „Schmalhans“ als Kuchenmeister.

Sind jetzt in Sibiu (HERMANNSTADT) der Kreishauptstadt von Siebenburgen. Eine sehr sehr schone Stadt. Wenn mann sie ausscheiden wurde und sie samt ihrer Einwohner und allem was zu der Stadt gehort, irgendwo in Deutschland platzieren konnte, wurde niemand glauben, dass da irgend etwas aus Rumänien kommt.

post-7906-0-40233900-1453153631_thumb.jp

Spätestens hier: ade aller Vorurteile, die ich von diesem Land hatte. Habe mich immer sehr sicher und wohl gefuhlt. Auf dem Land, in den Randgebieten und in den abgelegenen Dorfern ist der Wohlstand noch nicht angekommen, aber uberall wird gebaut, ausgebessert und im Rahmen ihrer Möglichkeiten hergerichtet was geht.

Die Menschen sind alle sehr freundlich, sauber und ordentlich.

Wir brachen abends zu einem kleinen Stadtbummel auf, sahen uns das Stadtzentrum an, tranken etwas in einem der vielen Bistro ́s und waren echt beeindruckt wie angenehm es dort ist. Eine alte, ehemals reiche Handelsstadt, sehr schon restauriert und doch irgendwie modern und überhaupt nicht angestaubt. Das war ein schöner Abschluss eines tollen Tages.

post-7906-0-77096500-1453153636_thumb.jp

 

Und noch das Video des Tages mit der grandiosen Fahrt über die Transalpina:
 
Bearbeitet: von berndwohltmann

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Sibiu lohnt sich als Ausgangspunkt.

Kannst die Transfăgărășan und die Transalpina in einem Tag machen. Am Morgen früh raus, am späteren Abend, müde, aber mit einem ganz ganz breiten Grinsen zurück. :rolleyes:

Rumänien hat markant Geld von der EU erhalten. Ich war genau in dem Jahr vor Ort, als die Transalpina fertig asphaltiert wurde. Ein Traum :P

Ein Jahr später wieder vor Ort, aber die haben begonnen Sickerleitungen quer unter der Strasse zu verlegen. Die neue Strasse wurde alle 100m aufgerissen, Habe ein wenig geplaudert. Das seien halt zwei Subventionsvorhaben, Bau und Instandhaltung. :D

Essen in Sibiu ist sehr weitgefächert, ich würde mal die urchigen Wildschwein Sachen probieren, Schnipo gibts zuhause auch. :rolleyes:

Kannst auch ein Taxi nehmen und ca. 15 km im Nord Osten das Salzbad besuchen. Damit kannst Du die Töff Klamotten bei der Schlummer Mutter lassen und ein Bier trinken. Fast unmöglich, im Salz unterzutauchen. :lol:

Gruss

Daniel

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Tag 7.5 10/09/15 Sibiu - Brasov (Kronstadt) 

Heute steht die legendäre Transfagarasan auf dem Plan. Der Grund, weshalb wir überhaupt auf die Idee kamen, nach Rumänien zu fahren. Leider ist das Wetter nicht so gut, es regnet und ist relativ kalt. Egal, da lachen wir doch drüber. Wir fuhren dann Richtung Gipfel, der Regen wurde starker und die Temperaturen sanken immer weiter. 

In einer Kurve mit guter Aussicht hielten wir an um Bilder zu schießen, so auch Ulrich mit seiner 60/6, er stellte sie auf den Seitenstander, eine kräftige Windböe und die 60/6 lag auf der Seite. Gott sei Dank ist nichts gravierendes passiert, aber die Verkleidung war jetzt ziemlich beschädigt. 

Ulrich dachte schon vor dem ersten Sturz laut darüber nach ob er die Verkleidung abbauen und im Begleitfahrzeug deponieren soll, hat sie dann aber dran gelassen. Ja, der erste Gedanke ist meistens der Richtige. 

56b633a7ceea0_2015-09-101100Transfagaras

Wir fuhren dann weiter Richtung Pass Hohe und legten dort nur ein sehr kurzen Stop ein, zu kalt, zu nass, zu windig. Also machten wir uns sofort wieder auf den Weg nach unten und orderten dort
erst einmal ein Heissgetränk. 

So wie es aussieht, müssen wir irgendwann noch einmal zurückkehren, um die Transfagarasan bei gutem Wetter und mit mehr Zeit richtig zu genießen. 

Danach trennten wir uns, Andy, Bernd, Lars, Axel und ich fuhren auf eine „Abkürzung“ ins Gelände. Wir hatten 25 Km Waldweg und Schotter am Ufer eines Stausees im leichten Regen vor uns, das war super zu fahren und wir haben es zeitweise richtig krachen lassen. Das hat richtig Spass gemacht. 

56b633a5748d4_2015-09-101200Schotter.thu

Zwischendurch sind wir immer wieder großen Schafherden begegnet, die aus den Bergen kamen. In den Schafherden waren auch eine Menge Esel die meterhoch mit Schaffellen beladen waren. Mittlerweile sind meine Stiefel und die einiger Mitstreiter nicht mehr dicht. Nasse Fuße sind unangenehm, also abends die Stiefel mit Papier ausgestopft und über Nacht trocknen lassen. 

Wir sind jetzt in Transsylvanien angekommen und auf dem Weg ins Schloss Dracula, nur dort hat er wahrscheinlich nie gelebt und Transsylvanien erstreckt sich genau genommen über ganz Siebenburgen. Das Schloss ist nicht besonders spektakulär und drumherum alles voller Touri Nepp. 

 

Nach der Schlossbesichtigung ging es weiter nach Brasov (KRONSTADT). Dort fuhren wir durch kleine Gassen in einen Hinterhof, wo wir unsere Motorräder parken konnten. Als wir unser Gepäck, durch den Hintereingang, an der Küche vorbei ins Hotel trugen, kam uns das kalte Gruseln. 

569e85c25ead1_2015-09-101900HotelFlur.th

Ich dachte, was ist das den fur ein Alptraum, aber vorne in der Lobby angekommen, hat es sich als sehr feines Hotel, mit einem sehr originellen Fruhstucks-Saal, herausgestellt. Seine beste Zeit hatte es vermutlich in den 70gern als Herberge fur die Parteibonzen, aber immer noch mit einem besonderem Charme. 

569e85d509704_2015-09-101900HotelTreppen

569e85d821e39_2015-09-101900HotelSpeises

Abends ging es in die Stadt und wir bekamen in einem schonen Restaurant ein köstliches Abendessen. Die Stadt ist schon, kann aber Hermannstadt nicht das Wasser reichen. Na ja, wenn es trocken und warm gewesen ware, hatten wir sicher einen anderen Eindruck bekommen.

569e85d1d2332_2015-09-102100Abendessen.t

 

Und wie immer - das Video des Tages zur Tour - Transfagarasan im Regen:

 

 

Bearbeitet: von berndwohltmann

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Tag 8.6 11/09/15 Brasov (Kronstadt)- Berca (Buzau) 

Morgens, nach dem Fruhstück, ging es auf eine Besichtigungstour ins Zentrum, dort besuchten wir die Schwarze Kathedrale, kauften Imprägnierspray fur die Stiefel und machten ein paar Bilder. 

56b63551ddb37_2015-09-111000Brasov1.thum

56b6354fdb3e5_2015-09-111000Brasov2.thum

Das Wetter ist immer noch nicht toll, es regnet leicht und ist ungemütlich. Wir hatten heute eigentlich 75 Km off Road auf dem Zettel sind aber auf Grund der schlechten Wetter Vorhersage auf der Straße geblieben. Wir fuhren dann schöne Single Road ́s, das Wetter wurde viel besser als befürchtet und wir hatten auf den schmalen Straßen durch die Berge viel Spass. Zwischendurch gab es noch einige Sachen zu besichtigten und weiter Richtung Walachai.

56b6354e1a5b9_2015-09-111300Wehrkirche.t

 
Bearbeitet: von berndwohltmann

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Zum Schluss der Tour waren wir noch auf einem Schlamm Vulkan, dort war es sehr windig und ungemütlich. Da kamen wir zum ersten Mal mit dem schmierigen, klebrigen Lehm in Kontakt. Aber im Vergleich zu dem was noch kommen sollte, war das nicht weiter schlimm. Dann ging es weiter nach Berca (Buzau), sind jetzt in der Walachei angekommen und Schwarze Meer ist nicht mehr weit entfernt.

So jetzt ist Halbzeit 

Ich kann leider aktuell keine Bilder hochladen - das BBS sagt - es mag keine weitere Uploads.....
Bearbeitet: von berndwohltmann

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Schade wegen dem Wetter, sind aber trotzdem schöne Bilder geworden.:rolleyes:

Brasov würde ich auf unbedingt besuchen. Schlösser in der Nähe, schöne Innenstadt und vom Hausberg eine schöne Aussicht.

Vielen Dank!

Gruss

Daniel

 

PS. Musst halt nochmals hinfahren :lol:

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Moin,

 

ein sehr schöner Bericht mit super Bildern und Filmen.

Freue mich auf die Fortsetzung.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Dann will ich aber schon einmal den Video für Tag 6 posten -auch wenn noch die Bilder eines grandiosen Abendessens fehlen.

 

 

 

 

 

Bearbeitet: von berndwohltmann

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich hatte versehentich am Tag 4 das Video der Transfagarasan verlinkt - und nicht die IMHO wesentlich genialere Transalpina.

Das habe ich jetzt korrigiert - wer also den Tag 4 und 5 als Doppelfolge gesehen hatte, sollte sich noch einmal die Transalpina anschauen.

Bearbeitet: von berndwohltmann

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Tag 9.7 12/09/15 Berca - Dumbraveni 

Heute soll es am östlichen Rand der Karpaten, parallel zur Moldawischen Grenze Richtung Norden nach Bacau gehen. 

Wir wollten noch ein paar off Road Pisten in der Walachei fahren aber das sollte sich als Fehler herausstellen. Zunächst lief alles ganz gut, feuchter Untergrund zwar, aber gut zu fahren.

56a22a5a51038_2015-09-121000Anfahrt.thum

Nach einiger Zeit kamen wir auf eine Kuppe und Andy erkundigte sich bei einem Schäfer nach dem Weg, der aber war sauer weil wir seine Schafe erschreckt haben. Wir stehen also auf der Kuppe und fixieren das Gelände, ein Weg, abschüssig so ca. 20% Gefalle, aber keine große Schwierigkeit, so glaubten wir, da haben wir die Rechnung aber ohne den Lehm gemacht. 

56a22a5c73377_2015-09-121030MnnernaufHge

 

Morgens in der Walachei, da ist die Welt noch in Ordnung. Aber nicht mehr lange, ha ha. 

Zu dem Zeitpunkt war es 10 Uhr. Ich, als erster losgefahren, habe dann nach wenigen Metern gemerkt das das Vorderrad nur noch rutscht, ok ist halt Lehmboden da ist das eben so, also vorsichtig weiter. 

 

Da geht’s runter 

56a22a60addc3_2015-09-121100Lehmabwrts.t

56a22a631dd80_2015-09-121100TigeramHang.

Nach wenigen weiteren Metern sah ich, dass das vordere Schutzblech zu brechen drohte, der Lehm hat sich so dick im Profil über den gesamten Reifen aufgebaut, dass das Schutzblech massiv hochgedruckt wurde. Also anhalten und das Schutzblech abschrauben. Gesagt, getan und weiter, nun schalte sich der Lehm am Schutzblech Halter und Gabelstabilisator ab und druckte die Bremsleitung mit aller Macht so zur Seite, das sie ab zu reißen drohte. 

Ok, also Gabel Stabi abschrauben. Ich, auf dem Motorrad am Hang mit ca. 5 cm Lehm unter den Stiefeln, habe das Krad in Balance gehalten, Ulrich und Erek versuchten im Schlamm die Schrauben zu finden und herauszudrehen, was ihnen nach einigen Minuten auch gelang. So jetzt war der Gabel Stabi zwar lose, aber wir bekamen ihn nicht heraus, er ist breiter als die Gabel. Wieder festschrauben ging in dem Schlamm auch nicht, also brachen wir ihn mit Gewalt heraus. 

56a22ab0bfdbf_2015-09-121110SchuheimLehm

Neuer Versuch, ich kam aber wieder nur wenige Meter voran, Vorderrad total verkleistert und blockiert in der Gabel. Bin dann mit blockiertem Vorderrad in Richtung einer tiefen, vom Regen ausgewaschenen Rinne gerutscht und habe das Krad gerade noch so auf der Kannte abgefangen. Gott sei Dank, denn da hatten wir das Bike nicht so schnell wieder herausgezogen. 

Also zogen wir mit vereinten Kräften das Krad wieder in die Mitte des Weges. So jetzt erstmal verschnaufen und nachdenken wie es weitergeht. 

Wahrend dessen versuchte Axel sein Gluck, er, mit richtigen Stollenreifen TKC 80 ausgerüstet, kam auch nur wenige Meter voran, also Stop und über eine Alternative nachdenken. Motorräder wieder rauf holen, erschien uns unmöglich bei 20 % Gefalle und dem rutschigen, klebrigen Lehm. Axel wollte es rechts über eine Wiese nach unten versuchen, nur die war noch steiler, das Grass nass und die Reifen total verkleistert. 

Egal, man muss auch mal was riskieren, es kam wie es kommen musste. Axel geriet in einer unkontrollierten Schussfahrt ins Schlingern, bekommt die R 100/GS gerade noch so auf die Seite geschmissen und bohrte den rechten Zylinder in den Boden, um die unkontrollierte Rutschpartie zu stoppen. Lars und Alexandru zu Fuß hinterher, was beinahe bei den beiden auch zu einer unkontrollierten Rutschpartie wurde. Bei Axel angekommen haben sie die BMW aufgerichtet und mit nach unten geleitet. Er hat so etwa 200 Meter geschafft, aber das war sehr sehr riskant. Zu riskant fur den Rest da oben. 

56a22b38b7a84_2015-09-121130AxelimHang.t

Wir sahen uns dann den weiteren Strecken Verlauf an und glaubten das wir das Schwierigste hinter uns haben. Ich rief meine Erkenntnisse nach oben und riet meinen Mitstreitern auch ihre Vorderschutzbleche abzuschrauben, sonst geht es nicht. 

So jetzt erst einmal den anderen helfen. Axel und ich haben dann eine gefährliche Passage mit Gestrüpp und Zweigen ausgelegt, damit man wenigstens etwas Traktion hat. Dann kam Bernd mit seinem Tiger, er hat natürlich das Schutzblech nicht abgeschraubt, er meinte das geht auch so, nach wenigen Metern Knack, es war komplett abgebrochen und nicht mehr zu gebrauchen. 

Also den Berg wieder rauf und die Schutzbleche der anderen doch noch abgeschraubt. Ich, mittlerweile -zig mal mit dem dicken Kleister unter den Schuhen, die sich anfühlten wie Bleigewichte, den Berg rauf und runter war schon ziemlich erschöpft. 

Egal es muss weitergehen, also den Rest der Truppe mit vereinten Kräften den Berg runter bugsiert, bis zu der Stelle an der ich mein Krad abgestellt habe. 

 

 

An den drei Tigern tat sich jetzt ein neues Problem auf. Die vordere Bremsleitung, normalerweise durch das Schutzblech gehalten, wurde durch den Lehm mit nach vorne gerissen und verfing sich im Profil des Vorderrades, brachte es zum blockieren und drohte abzureißen. Zuerst versuchten wir die Bremsleitung mit einem Stock vom Reifen fern zu halten, aber das war sehr mühselig und nicht besonders effektiv. Die Truppe zog sie dann mit Gummi Spanngurten nach unten und fixierte sie so am Sturzbügel, das sollte erst mal gehen. 

Es wurde jetzt etwas flacher, das erschien uns einfacher. Der Weg machte einen weiten Bogen etwa 200 Meter weit und sah gar nicht so schlecht aus. Axel ́s BMW zogen wir mit vereinten Kräften quer über den Weg auf die linke Seite, auch da wieder auf eine Wiese, und los. Das wurde wieder eine unkontrollierte Schlitterpartie und ging gerade noch mal gut. 

Ich, mittlerweile ziemlich alle, dachte mir ich probiere es auf dem Weg, der einen schonen weiten Bogen macht. Doch das sollte sich als Fehler herausstellen. 

Ich also los und merkte das der Lehm noch klebriger wurde. Das Vorderrad blockiert wieder nach wenigen Metern. Habe das Krad mit Motorkraft und blockiertem Vorderrad einfach langsam weiter voran getrieben. Das konnte ich gut kontrollieren, weil nur noch leicht abschüssig. Das ging etwa 30 - 40 Meter gut bis die Fuhre zum stehen kam. Mittlerweile war auch hinten, vom Nummernschild bis vorne zur Schwinge, alles voll und das Hinterrad drehte sich trotz Vollgas im 1. Gang nicht mehr. Die Kupplung rutschte nur noch durch. 

Also stehen bleiben, Problem erkennen und nachdenken. 

56a22ab3a9eb9_2015-09-121115ScramblerimD

56a22ab612949_2015-09-121115ScramblerinD

 

Alexandru, mittlerweile leicht überfordert, wollte es, statt zu warten, mit der Brechstange versuchen und versenkte seine BMW auf der Innenspur des Hohlweg s und brachte sie auch zum totalen Blockieren. Er hat sie dann zum X-ten Mal auf die Seite fallen lassen, sich neben sein Krad gelegt und war völlig fertig. 

Wir mussten dann einsehen, dass es hier nicht weitergeht. Der Rest der Truppe muss es wie Axel über die Wiese versuchen. Die Kollegen befestigten dann die Gurte, die wir noch vom Autoreisezug hatten, an jeder Seite zwei vorne und zwei hinten am Krad und begleiteten jeden einzeln über die abschüssige Wiese . Das ging ganz gut. 

 

So, nun waren mein und Alexandru ́s Motorrad total blockiert und bewegten sich keinen Zentimeter mehr. Wir hatten aber noch 3/4 der Kurve vor uns. Die Idee, sie mit allen Männern rüber auf die Wiese zu ziehen, war aber total aussichtslos. Der Weg, ein Hohlweg, war zu tief und wir hatten auf dem Lehm große Probleme uns überhaupt auf den Fußen zu halten. 

Also versuchten wir den Lehm herauszukratzen und so die Räder wieder frei zu bekommen. Wir haben es erst einmal, wie schon auf dem Stuck hier her, mit abgebrochenen Ästen probiert. Keine Chance. Ich habe dann erst einmal die Packtaschen demontiert, damit wir überhaupt unter das Schutzblech kommen. Lars versuchte es dann mit blossen Händen, das war die einzige Möglichkeit den Kleister heraus zu bekommen. Wir kratzten also den Lehm heraus und weiter, leider war nach 10 Metern wieder alles voll. 

So kommen wir nie durch, also wieder frei kratzen und versuchen auf die rechte Aussenseite des Hohlweges zu kommen, da ist eine schmale Kante mit einer ganz zarten Grasnarbe. So haben wir eine Chance aus der Lehmhölle heraus zu kommen. Das ist uns auch in einem Balanceakt gelungen. Wir, aber mittlerweile am Ende unserer Kräfte, hatten noch Andy ́s BMW zu bergen und noch ein gutes Stuck bis zum nächsten Schotter Weg vor uns. Es war mittlerweile 15:30. 

Wenn das so weitergeht, schaffen wir es vor Anbruch der Nacht nicht mehr. 

Ich habe mir mittlerweile einen Fingernagel abgebrochen und das Nagelbett verletzt, tat höllisch weh, aber es hilft nix immer weiter kratzen. Habe dann einen Reifenmontage-Hebel aus dem Werkzeugsatz benutzt, warum ist mir das nicht schon eher eingefallen? Nach so einer Freikratzaktion, die sehr anstrengend war brauchte ich dann 3 -4 Minuten um meinen Puls von gefühlten 200 runter kommen lassen. Dann ein paar Meter weiter und alles wieder von vorne. Habe mich mittlerweile allein weitergekämpft, keine Kraft mehr um den Berg hoch zu laufen und den anderen zu helfen. 

Die Packtaschen, die ich immer wieder nachholte, habe ich mittlerweile wieder angeschraubt. 

Die linke Seite des Hohlweges war jetzt mit flachen Büschen bewachsen, wenn ich da rauf komme schaffe ich locker 200 Meter ohne frei kratzen. Das ist mir auch gelungen und bin dann vorsichtig auf der Kante durch die Büsche gefahren. Links ging es ziemlich steil in ein Bachbett herunter, anfangs so 

 

etwa 40 Meter, das wurde mit jedem Meter den ich vorankam weniger. 

Eine Zeitlang kam ich gut voran, plötzlich ein lautes Klock und die Fuhre kam abrupt zum stehen. Bin mit der linken Seite des Ölwannen Schutzes auf einen Findling gefahren. Mist den habe ich in dem Buschwerk nicht gesehen und es ist keiner in der Nahe der mir helfen konnte. Die anderen waren noch weiter oben. 

Ich habe das Motorrad auf der schmalen Kante des Hohlweges so weit nach rechts gelegt wie es ging und mich mit dem Krad vorsichtig vorbei gehangelt, puh noch einmal Gluck gehabt. Dann langsam weiter bis kurz vor den Bach, der den Weg dann kreuzte. 

Hatte noch ca. 20 Meter bis zum Bach, aber es ging auf der linken Seite nicht weiter, Motorrad abstellen ging auch nicht, der Boden war viel zu weich. Es war mittlerweile kurz nach 17 Uhr, der rettende Weg schon in Sichtweite, aber die Zeit drangt. 

Zwei Möglichkeiten taten sich auf, wieder auf den Lehmweg oder rüber auf die andere Seite und in einer Trialaktion über einen Hügel durch einen Dornen Busch und dann schräg, steil, runter in den Bach. Mit sauberen Rädern ware das keine große Aktion, aber mit Lehm verkleisterten Reifen ohne jegliche Traktion, einer Fuhre die mit Gepäck, Sprit und Lehm etwa 250 Kilo wiegt und niemandem in der Nahe der mir helfen konnte, war ein gewisses Restrisiko nicht auszuschließen. 

Fur die Lehm Passage und das ständige Freikratzen hatte ich keine Kraft mehr. Also diagonal über den Weg auf die andere Seite, das ist mir mit Schwung, Gluck und Gottes Beistand auch gelungen. Die kurze Passage reichte aber schon aus um die Räder wieder total zu verkleistern, also alles wieder frei kratzen, irgend wie wieder auf das Motorrad und Puls runterbringen. Nach 3-4 Minuten sollte es gehen. 

Egal, los jetzt über den Hügel halb in den Dornen Busch und ja nicht von der Kante in den Hohlweg rutschen. Dann mit getretener Bremse aber ohne spürbare Verzögerung, schräg steil runter in den Bach und mit dem gewonnenen Schwung über den dahinter liegenden Weg in einen kleinen Fluss, der sich auf der anderen Seite mit dem Bach vereint. Jetzt erstmal die Reifen frei waschen. 

Axel, der sich auch alleine durchgekämpft hat, war schon eine 1/4 Std. früher unten. So das ware geschafft, Motorrad abgestellt, kurz verschnauft und zu Fuss wieder rauf um den anderen zu helfen. Habe dann mit Jörg den Findling aus den Büschen zur Seite gerollt und so sind die anderen auch gut vom Berg gekommen. Wir sind zwar keine Enduro Fahrer, aber nach dieser Lehm Schlacht brauchen wir uns ganz sicher nicht zu verstecken. 

Jetzt bekommt fur uns der Spruch „ab in die Walachei“ auch eine greifbare Bedeutung. 

Mittlerweile war es kurz nach 18 Uhr und wir hatten noch gute 15 Km Schottenpiste bis zur Strasse. Sind dann in einem Dorf, das aus 6-7 Hütten bestand, angehalten und beschlagnahmten im Dorfladen, etwa so groß wie eine Baubude, den Wasservorrat, wir waren völlig dehydriert. Den gesamten Lagerbestand aus dem Laden spulten wir in wenigen Minuten runter. Die Leute sahen uns an wie Ausserirdische, waren aber sehr freundlich und hilfsbereit. Sie haben sogar, aus offensichtlichem Mittleid, unsere Griffe am Lenker mit Grassbüscheln gereinigt, die waren vom Lehm so glatt und rutschig wie ein Aal. 

Der Kampf im Lehm forderte seinen Tribut, ein kleiner feinmotorischer Übermittlungsfehler. 

56a22bbca32ab_2015-09-121845TigeramHang.

In der Dämmerung fuhren wir die Schottenpiste runter auf die Straße.
Mittlerweile dunkel geworden fing es wieder an zu regnen. Wir, alle ohne Schutzblech, die Reifen voller Dreck und die Straße auch nicht gerade sauber, spritzten uns mit den eigenen Vorderrädern das Visier so zu, dass wir im Blindflug die nächste Tankstelle nach 30 KM erreichten. 

Dort angekommen, haben wir erst einmal die Motorräder getankt und grob den Dreck von den Motorrädern gewaschen. Die meisten konnten ihre Schutzbleche wieder montieren. Ich musste ohne weiterfahren, weil ich erst das Vorderrad ausbauen musste, um den Gabelstabi wieder zu montieren. 

 

Dem Wirt war unsere Abendgarderobe ein wenig suspekt 

Andy organisierte von der Tankstelle aus ein Motel in Dumbraveni fur uns, in dem wir dann auch völlig fertig und total verdreckt um 21:30 ankamen. Der Wirt verteilte dann erst mal an alle Hausschuhe und bat uns die Stiefel draussen stehen zu lassen. Er deckte dann alle Stuhle mit einem Stuck Pappe ab, servierte uns einen Schnaps zum Aufwärmen und Bier gegen die Dehydration. Zum Schluss bekamen wir noch ein leckeres Abendmahl. 

Das der uns überhaupt reingelassen hat, so wie wir aussahen. Ich muss dazu sagen, dass es in allen Pensionen in denen wir übernachteten, immer sehr sauber und ordentlich war, zumindest bevor wir kamen.

 

 

So, jetzt noch essen und trinken auf unsere Tour, duschen und schlafen, das haben wir uns auch hart verdient. 

Bilanz des Tages: 

Fur die gut 1 Km Lehm Passage brauchten wir etwa 8 Stunden um uns da durch zu kämpfen. 

Das war die kürzeste aber auch mit Abstand härteste Etappe der Tour. 

Wir sind alle an unsere Grenze gekommen und darüber hinaus gegangen. 

Der Zusammenhalt der Truppe war super und als Gruppe sind wir richtig zusammen gewachsen. 

Diese Erfahrung hat uns sehr viel Kraft gekostet, aber sie hat uns starker gemacht und wird uns noch lange begleiten. 

 

Und hier der Video unseres MudRun:

 

 

 
  • Like 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 18 Stunden schrieb berndwohltmann:

...die IMHO wesentlich genialere Transalpina.

Stimme dir absolut zu :biken2:

Für eure Schlammtour ziehe ich meinen Hut. Aber wenn's leicht wäre , wär's auch kein Abenteuer...

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Tolle Reise und super Bericht :thumbup: Danke dafür.

Ihr habt euch aber ganz schöne Dickschiffe für die Tour zugelegt, dafür dass ihr noch keine Enduroerfahrung hattet. Aber eure Truppe scheint ja ziemlich gut harmoniert zu haben.

 

Gruß Martin

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Was für ein genialer Bericht!!! 

 

Viele von den Sehenswürdigkeiten kenne ich, da ich viele Male mit Geländefahrzeugen in Rumänien unterwegs war. Jetzt werden durchwegs erfreuliche Erinnerungen an freundliche Menschen, eine entspannte Mentalität und eine grandiose Landschaft ins Gedächtnis gerufen!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Moin Grinsekatze,

das ging uns auch so, als wir den Bericht erstellt haben. Das ist eine geniale Methode, einen erlebten Urlaub sich sowohl wieder vor Augen zu führen als auch für die Kumpels zu konservieren.

Ich denke, das werden wir in Zukunft immer so machen das Aufzeichnen genial, das Wiedererleben - unbezahlbar!!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Fain, fain, fain !!! (rumänisch korrekt geschrieben)

Absolute Sahne - zum einen diese Tour, zum anderen die Erlebnisse und vor allem der Bericht...

Was ich etwas vermisst hab, dass Alexandru endlich auch einmal bei uns vorbeikommt. Wir kennen uns seit Jahren, aber leider nur "online"... ;)

Alles wesentliche (Transalpina, Transfagarasan, Schlammschlacht) habt ihr "mitgenommen", habt gemeinsam gekämpft und nicht wenig erlebt. So sollte es sein !

Wir haben hier in unserer Pension in RO - 545400 Sighisoara / Schässburg auch hin und wieder unsere deutschen (einspurigen) Landsleute zu Gast und sind

immer glücklich, wenn alles passt (Werkzeuge, Ersatzteilbesorgung, etc.).

Wir selbst fahren eigentlich nur im Gelände, also Offroad, aber die Reifen setzen sich auch bei gröberen Stollen genau so zu wie bei eurer "Schlammschlacht", dauert nur 2 Sekunden länger.

Wir kennen das "Spiel", auch mit der Zeit, also wenns dann dunkel wird, usw.

An dieser Stelle nochmals "RESPEKT" dafür, was ihr mit den tonnenschweren Karren da geleistet / durchgezogen habt !!!

Ani

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Einfach nur genial das Du uns an Eurer Tour teilhaben lässt!!! Ich zolle euch größten Respekt vor eurer Leistung und eurem Zusammenhalt!!!

Perfekt!!! :bang::bang:

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Tag 10.8 13/09/15 Dumbraveni - Bacau - Gura Humorului 

Der Plan, for the day after yesterday war, ausschlafen, gut frühstücken und Wunden lecken. Dann erst einmal die Motorräder checken und wieder instandsetzen.
Danach eine Waschanlage fur uns und die Motorräder aufsuchen. Dazu brauchten wir den ganzen Vormittag. Das Wetter war auch wieder super, 25 Grad und wolkenloser Himmel.

56a6577cdafa4_2015-09-131015KlausFeldrep

Im Fahrerlager wir eifrig geschraubt 

 

 

Auf größeren Strassen fuhren wir Richtung Suceava. Das ist jetzt keine blöde Prahlerei, sondern pure Notwendigkeit. Um wieder in unser enges Zeitfenster zurück zu gelangen, mussten wir auf größeren Straße ordentlich Zeit aufholen, da wir gestern viel verloren haben. Also Zeit aufholen geht so: Mann fahrt immer so 20 bis 30 Km/h schneller als es auf den Schildern steht und in den Ortschaften mindestens 70 eher 80 -90 am Ortsausgang noch vor dem Schild auch schon mal 120 Km/h. 

Wenn man in den Rumänischen Ortschaften konstant 70 fahrt wird man von den Mullwagen überholt und von allen anderen sowieso. Also konsequent mit schwimmen. 

Die Rumänischen Ortschaften sind meistens so angelegt, dass man dort ohne Probleme zugig durch fahren kann. In der Mitte eine breite Straße, dann rechts und links ein breiter Grünstreifen, auf dem die Autos parken und nicht wie bei uns auf der Straße. Nach dem Grünstreifen kommt je ein Graben und dann der Fußweg. Vor den Grundstucken steht meistens eine Bank, auf der gegen Abend die Leute sitzen, sich mit den Nachbarn treffen, uber den Tag reden und „Straßenzeitung“ lesen. Das sah oft sehr idyllisch aus. 

Motorräder haben wir in Rumänien sehr selten gesehen. Wenn wir als Gruppe mit den Fahnen hinten am Motorrad durch die Ortschaften fuhren, war das fur die Bewohner sicher schon außergewöhnlich. Meistens winkten sie uns freundlich zu und hatten augenscheinlich überhaupt kein Problem damit, dass wir so schnell fuhren. 

Wir wurden nur ein einziges Mal von der Polizei angehalten. Folgender Vorgang: Wir als Gruppe so ca. mit 70 - 80 durch die Ortschaft, hinter uns irgend ein Rumänischer Rentner, der an unserer Gruppe nicht vorbei kam, daneben eine Frau. Die Frau rief die Polizei an und behauptete, dass wir sie nicht vorbeilassen und somit wurden wir raus gewinkt, um den Vorgang zu klaren. 

Alexandru und Jörg haben das aber gut hin bekommen. Wir waren also zu langsam. Ok, also weiter und die Kette mal ordentlich stramm ziehen. 

Am Abend kamen wir dann in einer wunderschönen Ferienanlage an, haben dort erst geduscht, was getrunken und zum Schluss mal wieder ein super Abend Essen bekommen. 

 

Heute haben wir die wilde Walachei uber Moldau verlassen und sind wieder an der Grenze zu Siebenburgen (Transylvanien) angekommen.

Und das Video von Tourtag 8- mehr Bilder kommen, sobald ich mehr hochladen kann:

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Das mit dem Schlamm habt ihr ja anscheinend ziemlich ausgiebig genossen B)

Die Polizei ist so eine Sache in Rumänien. Früher war es so, dass es in jeder Gemeinde einen Polizisten hatte, welcher einen engen Kontakt zur Bevölkerung hatte.

Heute ist es eher so, dass die Schmier ein wenig nach Gutdünken die Geschwindigkeit misst. (Ausser unten im Dreländer Eck, Moldavien, Ukraine, Rumänien, dort sind die Jungs auf Draht und haben ein halbes Dutzend Reserve Magazine an der Panzerweste).

Mich haben die Jungs nur einmal rausgenommen, vorne und hinten Lastwagen, schlappe 70 km/h innerorts. Ich habe auf die Sirene hin angehalten, vermutlich waren alle erstaunt. Es gab ausgiebige Diskussionen, unterbrochen von den Bremsmanövern der Brummi Fahrer, welche über das Blaulicht ziemlch erstaunt waren (70 km/h und Blaulicht, was soll das ?)

Es gab dann einen Deal, so mit 50% Discount bei Cash.  Leider hatte ich keine kleinen Noten dabei und die Jungs haben das Wort "Wechselgeld" noch nie gehört :P

Nach einiger Zeit gab es einen Deal, sie haben mir auf einer Polizei Landkarte alle Sehenswürdigkeiten in der Nähe eingezeichnet und mir noch weitere Tipps gegeben.

Manchmal lohnt es sich, in solchen Situationen nicht auf 5 € zu beharren, sondern die Sache eher mit einem Lachen anzugehen.

Gruss

Daniel

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Und es geht weiter.... - Brülli hat noch ein paar MB für mich gefunden - es bleibt aber knapp...

 

Tag 11.9 14/09/15 Gura Humorului - Poienilelzei (Botiza) 

Heute morgen sind wir mal pünktlich gestartet und haben erst einmal ein Uraltes Kloster besichtigt. Imre fühlte sich nicht wohl, der Blaubeerschnaps ist ihm wahrscheinlich nicht bekommen und ist deshalb lieber auf der Strasse weitergefahren, abends vor unserer letzten Pension der Tour trafen wir uns wieder.

56b636f9af728_2015-09-141130Train.thumb.

Dann in einem Mix aus Single Road s, Schottenpisten und Waldwegen ließen wir Moldau hinter uns und fuhren weiter in Richtung Ukraine. Sind dann parallel zur Grenze durch den nördlichsten Teil der Rumänischen Karpaten gefahren, das alles auf traumhaften Wald und Schottenpisten. 

56b636f68d320_2015-09-141200Gravel.thumb

Wahrend einer Pause auf einer Bergkuppe lag rechts von uns ein steiler, phantastischer Anstieg direkt auf den Bergkamm. Bernd und ich sind kurzentschlossen mit einer gewagten Trialeinlage dort rauf und auf dem Kamm entlang in Richtung Ukrainische Grenze gefahren, laut Navi musste sie hier irgendwo sein. Trauten uns dann aber nicht weiter, wollten keinen illegalen Grenzübertritt riskieren. Nach ein paar Bildern machten wir uns auf und fuhren uber den Bergkamm zurück zum steilen Bergpfad. Dort wieder runter das war schon ganz anständig. 

56b636f3a8045_2015-09-141330UkraineBorde

56b636f061685_2015-09-141345UkraineBorde

Wir verließen dann den Grenzpfad und fuhren auf schonen Waldwegen und Schotterpisten durch idyllische Bergdörfer. 

56b636ee37a60_2015-09-141400Gravel.thumb

 

Nach einer Pause und einigen Bildern fuhren wir weiter auf der traumhaft kurvigen Piste runter in ein Dorf, kurze Pause, was trinken und weiter. Andy und ich fuhren als erste los, ich schaute in den Rückspiegel und sah nichts. Also kehrt marsch und nachsehen warum. 

Da stand Ulrich mit seiner 60/6 auf dem Bordstein und hatte einen dicken Nagel im Hinterrad. Rad raus, Reifen runter, passenden Schlauch hatte Jörg dabei, Luft wieder rauf mit einem Kompressor den Andy in der Zwischenzeit besorgte, Rad rein, 3/4 Std. 

56b636eb4d97b_2015-09-141500ProblemdesTa

56b636e1cee19_2015-09-141515ProblemdesTa

Wahrend Ulrich noch den Rest zusammenbaute, habe ich einen Ukrainischen Freund gewonnen. Er hat mir erst einmal von einem Besichtigungspunkt aus das Dorf gezeigt und erklart. Als Jorg dann noch ein Bild von uns beiden machte konnte er vor Stolz kaum noch gehen. 

56b636e6cc7cb_2015-09-141515NeueFreunde.

56b636dc02e84_2015-09-141700Berggipfel.t

Dann ging es weiter zu unserer letzten Pension in Rumänien, die wir fur zwei Tage bewohnen sollten. Da angekommen, wartete schon Imre mit einem Killschalter Pils auf uns. 

56b636d9a2d78_2015-09-141800Pension.thum

Das war da eher wie Ferien auf dem Bauernhof, aber vom Flair fast die schönste Pension die wir hatten. Alexandru sagte, wenn wir hier die Motorräder abschließen, ist das schon fast eine Beleidigung und so war es auch, sehr freundliche, ehrliche Menschen die uns herzlich aufgenommen haben. 

56b636d66f85d_2015-09-141900Dinner.thumb

Und wie immer der Video des Tages:

 

Bearbeitet: von berndwohltmann

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Tag 12.10 15/09/15 Poienilelzei (Botiza) - Poienilelzei (Botiza) 

Heute wollen wir es erst einmal ganz ruhig angehen lassen. Ausgiebig und in Ruhe das rustikale, köstliche Frühstück zelebrieren und dann noch einmal die Nord Karpaten genießen.

56b76876e731a_2015-09-151000HorseandHay.

Auf einer schönen Schottenpiste fuhren wir aus dem Dorf heraus und gelangten über kleine verschlungene Straßen zu einem orthodoxischen Kloster Komplex komplett aus Holz. Da ist alles traumhaft verziert und sehr verspielt. Was für eine Anlage?! 

56b76873f35dd_2015-09-151100WoodChurch1.

56b7686f4116f_2015-09-151102WoodChurch2.

56b7686cc4e5e_2015-09-151103WoodChurch3.

Dann ging es weiter zu einem alten Holz Meister, der die Kunst der Holzbearbeitung perfektioniert hat, das war schon sehr beeindruckend. 

56b76868c4daa_2015-09-151104WoodArt.thum

56b768644d30a_2015-09-151145Carpenter.th

56b7686193f0a_2015-09-151200WoodGate.thu

56b7685eb1359_2015-09-151215WoodArt.thum

Danach fuhren wir noch einmal auf schönen Wegen durch die Nord Karpaten zu einem Rumänisch - Ukrainischem Grenzposten. 

56b7685a4f7f2_2015-09-151400Menatwork.th

Auf dem Weg dahin legte Andy ein überraschendes rechts abbiege Manöver hin, ich konnte noch gut reagieren, aber Bernd fuhr mir hinten drauf. An meinem Motorrad fing die rechte Packtasche den Aufprall ab, dabei ist sie aber leider aufgeplatzt und der Blinker ist verbogen sonst nichts. An Bernd ́s Tiger ist die linke Verkleidung abgerissen, das konnten wir aber mit Tape kleben und die Packtasche habe ich mit Spanngurten zusammengebunden. 

56b768511af0a_2015-09-151500DamagedTiger

 

Am Grenzposten durften wir nicht Filmen oder Foto ́s schießen. Axel und ich gingen mit dem Grenzbeamten bis zur Grenzlinie. Auf einer Brücke, in der Mitte des Flusses, ist eine rote Linie die die beiden Lander von einander trennt. Der Grenzbeamte erlaubte uns dann mit beiden Füße die rote Linie zu überschreiten und somit waren wir, zumindest für einen Moment, in der Ukraine. 

56b7684e77f22_2015-09-151515UkraineBorde

Zum Abschluss unserer Tour in Rumänien zeigten sich die Karpaten noch einmal von ihrer schönsten Seite. Bei traumhaftem Wetter durften wir die letzten Schotterpisten unserer Reise genießen. 

56b7684beb971_2015-09-151800Landscape1.t

56b76849c47f6_2015-09-151815Landscape2.t

 

Abends, in unserer Pension bekamen wir wieder einmal ein köstliches Abendessen auf einer in den Berghang gebauten Veranda serviert. Danach gab es noch ein Abschied mit einer Gruppe, die uns einen Folklore Ständchen brachte.
In Rumänien waren wir überwiegend auf dem Karpatenbogen unterwegs und hatten meistens sehr moderate Temperaturen so um die 20 Grad. 

56b7684706087_2015-09-152100CultureforBi

56b768443e26f_2015-09-152200CulturewithB

 

Und der Video des Tages - aufgrund der Kürze auch mit der Rückreise nach Deutschland:

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Tag 13 16/09/15 Poienilelzei (Botiza) - Zvolen (Slowakei) 

Heute beginnen wir also die Rückreise. Zurückblickend hatten wir tolle, aufregende Tage in Rumänien, einem Land, das ich mir ganz anders vorgestellt habe und sehr positiv in Erinnerung behalten werde. 

Morgens, beim beladen der Motorräder, hat Ulrich versehentlich ein Gasseil mit dem Riemen vom Tankrucksack eingeklemmt. Nach dem Start, ist er über die Straße, direkt in den dahinter liegenden Graben geschossen. Gott sei Dank ist nichts gravierendes passiert. 

Nach dem Schreck, brachen wir auf kleinen Straßen über Satu Mare in Richtung Ungarn auf. Die Medien berichteten das Ungarn die Grenze dicht gemacht hat, mal sehen wie wir da rüber kommen. Der Grenzübertritt ging überraschend problemlos, vor der Grenze fuhren wir an einer langen Schlange aus LKW und PKW vorbei bis direkt vor die Grenzbeamten. Pass raus, Helm runter, Helm rauf und weiter, das war mal sehr entspannt. 

Ungarn war wie auf der Hintour langweilig. Wir fuhren auf größeren Straßen recht schnell durch das Land in die Slowakei. Zurück aus den Karpaten auf dem flachen Land stieg auch die Temperatur auf über 30 Grad.

In Zvolen angekommen fanden wir dort eine sehr schöne, neue Pension vor, das war mal ein Glückstreffer. Draussen, auf einer großen überdachten Veranda, gab es bei sehr angenehmer Temperatur ein super Abendessen und ein paar Pils, zum vernichten. Es wurde dann noch ein langer Abend und wir hatten viel Spass. 

 

Tag 14 17/09/15 Zvolen (Slowakei) – Usti nad Orlici (Tschechien)

Bei schönem Wetter ging ́s los in Richtung Tschechische Republik. Dort fuhren wir auf sehr schönen Single Roads und Alleen am Fuss des Riesengebirges entlang. Heute hatten wir den wärmsten Tag der Tour, unterwegs haben wir bis knapp 35 Grad gemessen. 

 

Die Pension, die ich beim planen der Tour rausgesucht habe, stellte sich als viel zu klein und nicht besonders einladen heraus. Wir fuhren also weiter und suchten eine neuen Pension. Sind dann nach einigen Anlaufen in Usti nad Orlici gelandet. Das Hotel „ Uno“, das wir uns ausgesucht haben, stellte sich als ein großer Kasten heraus, der zu besten sozialistischen Zeiten gebaut wurde, von innen strahlte es das gleiche Flair aus. 

Nach dem Duschen trafen wir uns auf der Terrasse und bekamen Pilsener Urquell serviert, das war schon ein Genuss. Plötzlich kam starker Wind auf, wirbelte alles durcheinander und treib uns wieder rein ins Hotel. Das Abendessen war gut und der Abend wurde noch ganz lustig. 

Tag 15 18/09/15 Usti nad Orlici (Tschechien) - Oranienbaum (BRD) 

Der Tag begann wie immer, gut gefrühstückt, Klamotten gepackt und los. Auf dem Weg nach unten in die Lobby sagte ich noch zu Erek „ich gehe wenn möglich lieber über die Treppe, den Fahrstuhl brauche ich nicht“. Unten in der Lobby trafen wir uns, Bernd hatte den Schlüssel für die Tiefgarage und wir stiegen zu dritt mit Gepack in den Fahrstuhl. Das war schon eng, aber Bernd rief noch Erek mit rein und das war dann schon seeehr eng. 

Auf dem Weg nach unten fuhr der Fahrstuhl dann auch ein Stück zu weit, wahrscheinlich überladen, die Tür ging nicht auf und der Fahrstuhl steckte fest. Wir, komplett in Motorrad Kleidung, die Kabine sehr eng und sehr warm, das war echt unangenehm. Gott sei Dank befreite uns der Hausmeister nach einiger Zeit. 

Nach dem Start trennten wir uns, Bernd, Ulrich und Lars fuhren auf der Autobahn in einem Rutsch nach Hause durch. Der Rest und ich fuhren weiterhin auf kleinen Straßen bis Pirna und gelangten dort über die Grenze nach Deutschland. In der Nahe von Dresden gab es nochmal ein gutes Mittagessen bei sehr angenehmem Wetter. Danach fuhren wir weiter bis kurz vor Dessau. In Oranienbaum fanden wir ein Hotel, das war die mit Abstand teuerste Übernachtung der ganzen Tour. Willkommen in Deutschland. 

In den Ländern, in denen wir unterwegs waren, gibt es eine ganz einfache Regelung. 50 Km/h im Ort, 90 ausserhalb und 110 auf der Autobahn, egal wie der Straßenzustand ist. Da stehen dann auch keine weiteren Verkehrsschilder mehr und die Verkehrsregeln werden eher Kreativ ausgelegt.
Das lasst sich sehr entspannt fahren. 

In Deutschland angekommen, wird man von unserem Schilderwald und der Deutschen Regelwut nahezu erschlagen. Das ist echt grausam. 

Bis hier her hatten wir sehr schönes Wetter und die Rückreise am Fuße des Riesengebirges war echt schön zu fahren. 

Die Gegend um das Riesengebirge, Polen, Tschechische Republik und Slowakei bietet sich ja geradezu an, um dort eine schöne Urlaubstour zu fahren. 

Mal abwarten, wann wir die „Riesengebirgstour“ in Angriff nehmen. 

 

Tag 16 19/09/15 Oranienbaum - Home (Barrien) 

Morgens, nach einem guten Frühstück, starteten wir die letzte Etappe unserer Tour. Das Wetter wurde schlechter und deutlich kühler. Vorsichtshalber zogen wir gleich die Regenkleidung an und das war leider auch richtig. 

Ab jetzt fing auch mein Kupplung richtig an zu rutschen und ich konnte nur noch ganz soft beschleunigen.
Gott sei Dank hielt sie aber bis hier her gut durch und den Rest der Tour bis nach Hause schaffte sie auch noch. 

Magdeburg ließen wir dann rechts liegen und nahmen Kurs auf Wolfsburg , dann ging es über Gifhorn, Celle und Nienburg nach Hause. Den Rest unserer Tour fuhren wir leider im Regen und bei sehr kühlen Temperaturen. 

Ja und damit ist ein phantastischer Urlaub zu Ende. 

 

Bilanz: 

Strecke: Wir sind insgesamt knapp 5000 Km in 16 Tagen gefahren, plus ca. 1100 Km mit dem Zug von Hamburg nach Wien, davon ca. 2800 in Rumänien und davon ca. 1500 auf sehr schlechten aber tollen Single Roads, Waldwegen, Schotter Pisten und Bergpfaden. 

Anspruch: Meistens recht locker, zeitweise aber auch echt hard core . Einige Passagen waren sehr viel schwieriger als erwartet und der eine oder andere mußte dabei auch weit über seine Grenze hinausgehen. (Fahren)
Teilweise waren die Tagesetappen sehr lang. 

Fun Faktor: Unbeschreiblich, Eins mit Sternchen. Erholung: Physisch keine, Psychisch super. 

Die Gruppe: Spätestens wahrend der Lehmschlacht wuchsen wir zusammen wie aus einem Guss. Das war echt super, mit einer Truppe, die zu guten Freunden wurden. Wir hatten immer, aber besonders Abends, viel Spass miteinander. 

Stürze-Umfaller: Ca. 30, habe irgendwann den Überblick verloren.
Verletze: Ulrich hat sich den Magen verdorben, brach sich eine Rippe und hielt trotz alle dem super 

und ohne zu klagen durch. Das verdient meinen Respekt. 

Rumänien: Viel schöner als wir es uns vorgestellt haben, sehr vielseitig, sehr hilfsbereite, freundliche Menschen. Der Karpaten Bogen ein Traum, Essen und Trinken sehr lecker und unverschämt günstig. 

Unterkünfte: Von Top Hotel bis Ferien auf dem Bauernhof, alle sehr sauber und ordentlich. 

Technik: Diverse Probleme mit den Boxer BMW. Ich habe in der Lehmschlacht meine Kupplung verbrannt, sie hielt aber bis nach Hause. Ansonsten abgerissene Schutzbleche im Lehm und diverse abgeschüttelte Teile auf den langen Material mordenden Schotterpassagen. Zwei Reifenschaden. Wir sind aber alle auf dem eigenen Krad gut Zuhause angekommen. 

Die meisten zogen die Heidenau K 60 Scout und ich Mitas E07 Reifen auf, die Pneus erwiesen sich als perfekte Wahl für den Mix aus on und off Road Pisten. 

 

Die Motorräder: Einige von uns kauften ihre Maschine nur für die Rumänientour und wollten sie danach wieder verkaufen. Aber ich glaube den Gedanken haben alle wieder verworfen. Die Motorräder, so unterschiedlich sie auch sind, sind jedem von uns ans Herz gewachsen. Wir hatten unglaublich viel Spass mit ihnen und so etwas verkauft man nicht. 

Das war jetzt mal ein kleiner Einblick aus meiner Perspektive auf diese phantastische Urlaubstour. 

In diesem Sinne und mit dem Blick nach vorn auf die nächste Tour. 

Text: Klaus Niedzwiedz

Bilder/Video: Bernd Janke-Wohltmann und die WildRats

 
Bearbeitet: von berndwohltmann
  • Like 2

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Vielen Dank für den sehr lebhaften Bericht. :cat-augenzukneifend_17:

Im September solls auch in die Karpaten gehen, allerdings on Road - ich freue mich jetzt schon riesig drauf. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo an alle da und besonders an meine Wild Rats.

Ich bin der Guide und Organiser dieser Tour (September Schottertour in Rumänien 2015).

Es war eine meiner schönsten und besten Touren überhaupt.

Die Gruppe war einfach super, wir hatten riesen Spass und die Art und Weise wie sich die Gruppe einander befreundete war super!

ich muss mich auch für den obigen Bericht zutiefts bedanken, es ist eine tolle Leistung.

Vielen lieben Dank an die ganze Gruppe und hoffentlich fahren wir noch mal zusammen.

War mir eine Ehre und Freude euch alle kennenzulernen!

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Schöne Tour, klasse Bericht und tolle Fotos! 

Wahnsinns umfangreiche  Arbeit.

Danke für die Mitnahme.

Gruß aus Ostbelgien

Tron

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hi Bernd, heute habe ich mir endlich die Zeit genommen und mir die ganze Reise am Stück reingezogen :thumbup: 

RIESENKOMPLIMENT - nicht nur für die Strecken, die ihr da als Offroad-Einsteiger zum Teil angegangen seid, sondern vor allem für deine Aufbereitung der Tour in Wort, Film & Bild: Hat echt Spaß gemacht, mit euch mitzureisen und manchmal auch -leiden ;)

Aber sag, hattest du eigentlich nie daran gedacht, deine XC für die Tour zu nehmen?

Zumindest einer von euch hatte eine Sony-Actioncam dabei, ist er damit zufrieden? Nachdem ich auf meiner letzten Friaul-Tour eine Cam verloren habe, steht im Frühjahr eine Neuanschaffung an und die X1000VR steht dabei auch auf der Liste...

So long,

da Wolf

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar hinterlassen zu können.

Benutzerkonto erstellen

Erstelle ein eigenes Benutzerkonto im Tigerhome. Es ist ganz einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Hier einloggen

Du hast bereits ein Benutzerkonto erstellt? Dann logge dich einfach ein.

Jetzt einloggen

×