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Tigerhome - ein Heim für Tiger (est.1998 by sp)

Tigertrail

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Über Tigertrail

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  • Geburtstag 19.09.1967

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    http://tigertrail.ch
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Profile Information

  • Ich fahre
    Tiger 800XC white
  • und
    Tiger 800XC black
  • Fahrweise
    Mal so, mal so...
  • Geschlecht
    Je nach Aussentemperatur.
  • Wohnbereich
    Schweiz
  • Interessen
    Motorradfahren - Reisen - Foto/Videografie - Multikopter - Bewegung

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  1. CLS Kettenöler

    Mein CLS Öler verrichtet seit ca 70'000 Kilometern brav und ohne Probleme seinen Dienst an meiner XC. Wichtig ist dass der Öler so eingestellt wird (mittels Durchflussregulierungsschraube) dass der Tropfen Öl pro vorgeschlagene Zeit auf der kleinsten Stufe fliesst resp eingestellt ist. Diese Schraube ist eines der wichtigsten Teile für die korrekte Funktion und Einstellung des ganzen Systems. Ich habs bei mir jetzt so dass auf der Stufe 1 alle 90 Sec ein Tropfen Öl fliesst was sicherstellt dass die Kette eigentlich immer geschmiert wird und ich die höheren Tropfraten wirklich nur in ganz besonderen Ausnahmefällen brauche (Offroad, starker Regen, nach Kettenreinigung). Wichtig ist auch dass sich keine Lufteinschlüsse im Kreislauf/Schlauch befinden... darauf reagiert das System ziemlich zickig.
  2. Eure Motorrad-Videos

    Teil vier unserer Mongolei Reise...
  3. Two Tiger in Mongolia

    Teil 3 der Videoserie zu der Reise...
  4. Eure Motorrad-Videos

    Teil 3 unserer diesjährigen Mongolei Tour, inkl den ersten paar Metern Offroad. War für mich nach dem Unfall von 2015 ein spezielles Erlebnis.
  5. Two Tiger in Mongolia

    Kein Ding, Eugen. Egal ob an Michael oder an Pascal, ich freu mich über jeden Kommentar. Und by the way... mir gehts nicht anders, aber pssst... nicht weitersagen. Grüsse und ein nettes Wochenende Pascal
  6. Two Tiger in Mongolia

    Vielen Dank, Eugen. Freut mich sehr wenn dir unsere Eindrücke gefallen und ich, Pascal, werde den Dank gerne an Michael und Andrea weitergeben.
  7. Two Tiger in Mongolia

    19.06.2017; Der Sand verfolgt uns... Sandsturm Am nächsten Morgen sind tatsächlich Spuren direkt neben und um unsere Jurte herum zu finden die denen von Hunden oder Füchsen ähneln. Grosse und kleine Abdrücke sind sichtbar. Nach dem Frühstück halten wir Lagebesprechung ab. Wir konnten am Vorabend im Camp während nur gerade zwei Stunden die Geräte, Kameras und Akkus laden und vieles ist nur wenig oder gar nicht geladen worden. Wir überlegen ob wir wohl in der nächsten Stadt eine längere Mittagspause machen und unsere Sachen in einem Restaurant noch laden könnten. Da wir ja am Abend zelten ist dann auch nichts mit Strom und Pascal könnte dann nicht mehr filmen. Zuerst fahren wir also 60 Kilometer in den nächsten Ort und fragen in einem Imbisslokal nach Strom. Wir erhalten die Erlaubnis und schliessen alles an was wir können. Die Pause wird dann auch intensiv von unserem Fahrer Duger genutzt, der nach dem Tanken festgestellt hat dass eine Seite der Tankaufhängung am Fourgon gebrochen ist. Diese befestigt er nun provisorisch mit Zuggurten. Nach der Rast haben wir noch eine Strecke von 120 Kilometern offroad vor uns. Der Weg führt über Wiesen... mal grün, mal karg, entsprechend immer mal mit verschiedenen Tierherden. Die Routen sind wellblechartig-sandig und heute wieder mal besonders staubig. Zum Schluss nochmal mit tieferem Sand den wir heute schon etwas besser meistern. Unterwegs sehe ich eine Schlange am Strassenrand und informiere Pascal über das Headset ob er sie sehen wolle. Ich hatte nämlich schon einmal eine Schlange dieser Art gesehen, aber keiner hat mir geglaubt. Wir drehen um und sehen uns die Schlange an die vermutlich überfahren wurde. Äusserlich sieht sie fast unverletzt aus, aber wäre sie ok wäre sie bestimmt "abgehauen". Ich glaube dass es eine giftige Schlange ist da ich ein bisschen gegoogelt habe und sie sieht unserer Viper sehr ähnlich. Grau schwarz und zickzackartig gemustert, dreieckiger Kopf und ca 50 Zentimeter lang. Schade um das schöne Tier. Geplant wäre eigentlich heute in den Bergen zu zelten. Da wir jedoch aufgrund der langen Mittagspause etwas spät dran sind beschliessen wir nicht mehr viel weiter zu fahren. Wir finden dann einen lauschigen Platz am Fluss in der Nähe einer Brücke. Der Himmel ist bewölkt und es gibt leichten Wind, es ist jedoch nicht allzu kalt. Flugs sind die Zelte aufgebaut. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team... Jagaa kocht und Duger macht "Kakafeuer" gegen die Mücken. Während alle fleissig einer Beschäftigung nachgehen kommen Nomaden zu Besuch. Meist erscheinen sie aus Neugier, diese jedoch bringen eine Botschaft: Am Himmel ist es schwarz, es wird ein Unwetter geben. Das befürchten wir auch, hoffen aber dass es erst in der Nacht kommen wird. Doch schon während dem Abendessen frischt der Wind kräftig auf und in der Ferne bauschen sich gewaltige Wolken über dem Berg auf. Dieses Bild kennen wir nur zu gut. Mist, ein Sandsturm. Erst scheint es als ziehe er hinter dem Bergkamm durch und so hoffen wir auf Verschonung. Rasch wird jedoch klar dass dem nicht so ist. Erst sind wir noch begeistert von dem unglaublichen Naturschauspiel das sich da bietet und stehen Fotos schiessend in der Gegend. Bald darauf wird die Sache jedoch langsam ungemütlich und wir raffen zügig alles zusammen und packen es in den Fourgon. Wie der Wind sich hier präsentieren kann haben wir mittlerweile gelernt. Plötzlich lässt dieser etwas nach und es wird ruhiger, aber auch das kennen wir mittlerweile. Zwei Minuten und dann wird es regnen... begleitet von Blitz, Donner und Sturmböen. Genau so passiert es auch. Wieder verbringen wir einen Abend im Fourgon, sehen zu wie es regnet und wie der Wind unsere Zelte arg beutelt und Heringe ausreist. Pascal und Jagga opfern sich abwechselnd die Zelte zu retten und die Heringe wieder einzustecken. Wir lästern über die mongolischen Wettervorhersagen und futtern Kekse. Um ca 22 Uhr hört der Regen auf, aber der Wind will nicht nachlassen. Wir sind aber so müde dass wir trotzdem schlafen möchten und verkriechen uns in die Zelte. An Schlaf ist aber nicht zu denken, denn der Wind rupft und reisst an den Zelten wie verrückt und veranstaltet einen Riesenkrach. Kaum im Schlafsack fängt es auch wieder an zu regnen. Erst gegen Mitternacht beruhigt sich das Ganze etwas und wir können endlich einschlafen. Die Nacht bleibt jedoch unruhig weil immer wieder Regen fällt und der Wind am Zelt rüttelt.
  8. Ahhh... das Design gefällt mir doch gleich viel besser. Danke Brülli...

  9. Two Tiger in Mongolia

    18.06.2017; Tag 14 – Sand, Sand und nochmal Sand Heute wollen wir eigentlich ausschlafen, aber schon um sechs Uhr in der Früh wecken uns die Stimmen der kleinen Kinder die auch im Camp und bereits ausgeschlafen sind. Wir versuchen noch etwas weiter zu schlafen, aber leider nur mit mässigem Erfolg. Beide sind wir etwas gerädert beim Aufstehen. Mich plagen Nervenschmerzen in der Schulter (Bett oder Zugluft), Pascal hat auch nicht übermässig gut geschlafen, fühlt sich aber sonst zum Glück nicht schlechter. Nach dem Frühstück wollen wir zügig los, die heutige Strecke entlang der Sanddüne Elsen Tasasrkhai soll nicht ganz einfach zu fahren sein, da sie zu einem grossen Teil aus Sand und Wellblech besteht. Den ersten Teil der Strecke schaffen wir zügig, auch weil ich die Wellblechpisten mittlerweile mit über 60 km/h zu fahren traue. Langsamer ist eher mühsam, denn es schüttelt einem alle Plomben aus den Zähnen und alle Schrauben in der Ausrüstung locker. Unterwegs macht der Fourgon mal wieder einen Schlenker den Hügel rauf, was sonst bedeutet dass er eine andere Piste sucht. Heute jedoch aus einem anderen Grund. Jagaa hat eine Ziege mit einem winzigen, vielleicht ein paar Stunden alten Zicklein gesehen… alleine ohne Herde. Daneben wartet ein riesiger Geier der es wohl auf das Zicklein abgesehen hat. Wir verjagen den Geier in der Hoffnung, dass die Ziege den Anschluss zu ihrer Herde schaffen möge. Aber solche Sachen gehören halt zur Natur. Mittagspause gibt es in einem kleinen Dörfchen Ich beschliesse dort nun ein Schmerzpflaster aufzukleben da das Eincremen bisher nichts gebracht hat und ich kaum den Kopf drehen kann. Die Jungs decken sich mit anderen SIM Karten ein weil sie ohne ihr 3G nicht leben können. Also werden jeweils die Karten getauscht bis ein Anbieter mit 3G gefunden ist. Am Nachmittag wird die Piste dann wirklich immer sandiger und die Bikes schütteln öfter mal die Lenker unwillig hin und her. Alternativen gibts nun nicht mehr da neben der Piste nun halbhohe Sträucher wachsen was ein Durchkommen neben der Piste nur schwer zulässt. Der Fourgon welcher sonst im ebenen Gelände so richtig Gas geben kann klebt am Hang wie ein Käfer und kommt nur im Schritttempo voran. An einem steilen Hang im 30 Zentimeter tiefen und feinsten Sand brauche ich Tempo, also muss ich anhalten um dem Fourgon einen Vorsprung zu geben. Was dann wiederum saublöd zum anfahren ist. Ich versuche tapfer mein Glück aber es ist wirklich mühsam, der Sand ist so fein und tief dass der Lenker bald hier hin und bald dahin schlägt und so kein Tempo aufzubauen ist. Schliesslich kippt das Bike zur Seite in den Sand, der Gashebel voller Sand lässt sich nun kaum mehr bewegen. Mit dem schwergängigen Gas traue ich mir keinen neuen Versuch zu und Pascal tauscht mit mir sein Bike. Wir schaffen den Aufstieg doch noch ohne dass uns die Betas abwerfen. Oben angekommen richtet der bereits auf uns wartende brave Duger das Bike schnell zurecht und wir können uns mit einem Schluck Wasser erfrischen. Noch ein zwei solche Stellen sind zu bezwingen und die restlichen Pisten meistern wir auch gut, jedoch ist es sehr anstrengend und ich schwitze zum ersten Mal so richtig. Allerdings auch weil das Wetter heute mal keine Zicken macht. Nach ein paar weiteren Kilometern windet sich die Strasse ins Hogno Han Gebirge an dessen Fuss wir heute im Camp schlafen. Wir essen etwas früher zu Abend um noch das Kloster Erdene Khamba zu besuchen. Ein ca 4 Kilometer lange Wanderung führt an den speziellen Felsformationen entlang. Die Steine sind sehr gross und alle gerundet, keiner hat scharfe Kanten und fast alle sind geschmückt mit den hellgrünen, orangen und weissen Flechten die hier viele Steine zieren. Wir schiessen unzählige Fotos. Neben all den Knochen welche hier überall liegen haben wir beim Aufstieg über einen Bergkamm als Abkürzung bizarrerweise einen menschlichen Schädelknochen angetroffen. Was für eine Geschichte wohl dahinter steckt? Auch dieses kleine Kloster liegt recht versteckt am Ende einer Schlucht .Es wurde im 15 Jh. gebaut und während der stalinistischen Zeit zu einem grossen Teil zerstört. Es gibt noch Lehmmauern aus der Zeit zu sehen und kleine Tempel. Langsam geht die Sonne unter und wir sind etwas spät dran. So bestellt Jagaa per Handy unseren Fahrer Duger der uns mit seinem Bus auf halber Strecke abholt. Zu viert trinken wir vor der Jurte noch ein Golden Gobi Bier. Heute Nacht wollen die Jungs den Sternenhimmel fotografieren und rüsten ihre Kameras. Schlussendlich habe aber nur ich den nächtlichen Himmel gesehen… bei einer Pinkelpause. Unglaublich wie viele Sterne man hier sehen kann. Sie scheinen, wie tagsüber die Wolken, der Erde extrem nahe zu sein. Lange halte ich mich jedoch nicht draussen auf, denn irgend ein Viech schleicht im Camp herum und macht Laute wie ein junger Fuchs. Und da es hier auch Wölfe geben soll mach ich mich schnell wieder auf in die Sicherheit der warmen Jurte.
  10. Two Tiger in Mongolia

    17.06.2017; Tag 13 – Ein weiterer Tag am See Die Sonne scheint und wärmt das Innere meines Zelts, es scheint trocken zu sein als ich aufwache. Jagaa ist bereits im „ich mache Frühstück“ Modus, Duger wäscht Wäsche am See und Pascal montiert die erste Kamera für ein 360 Grad Zeitraffervideo. Hatte ich gestern noch meinen Bikini vergeblich montiert nehme ich heute einen zweiten Anlauf. Wie schon gestern sind die Wolken heute umtriebig und mal lassen sie die Sonne durch und dann wieder nicht, was entsprechend für ein rasches Auf und Ab der Temperaturen sorgt. Ich habe aber so sehr Lust auf ein erfrischendes Bad dass ich schon vor dem Frühstück in den See tauche. Nicht ganz so kalt wie erwartet halte ich es drei Minuten im kühlen Nass aus. Wieder trocken ist der heisse Kaffee schon bereit, Jagaa brät seine „Spiegeleier Spezial“ und ich bereite unser Müsli zu. Nach dem Frühstück beginnt Duger mein Motorrad auseinander zu nehmen weil der linke Gabelholm Oel verliert. Pascal erwähnt dass bei der Gelegenheit auch der vordere Pneu gewechselt werden sollte weil er sehr abgefahren ist und praktisch keine Stollen mehr vorhanden sind. Immer um meine Sicherheit besorgt wird die Servicearbeit genaustens überwacht, das Motorrad danach intensiv Probe gefahren und die Arbeit schliesslich für gut befunden. In der Zwischenzeit habe ich wieder einmal Wäsche gewaschen, denn die Wäsche im See spülen zu können ist viel effizienter als im Lavabo oder Plastikbecken. Die Shirts welche wir auf den Bikes tragen sind unglaublich schmutzig und das zurückbleibende Spülwasser ist dunkelbraun. Die Sonne die nun doch kräftig scheint trocknet die Wäsche schnell und ich berechne meine Chancen für ein etwas längeres Nachmittagsbad. Beim Mittagessen heizt die Sonne wieder kräftig auf und das Spiel das wir nun schon ein paar Mal gespielt haben wiederholt sich. Zum Glück ist unser heutiges Camp nur ein paar Kilometer von unserem Zeltplatz entfernt und idyllisch auf einem Hügel mit Blick auf den See gelegen. Zusammenpacken, das nächste Ziel anpeilen, ankommen, alles in die Jurte schmeissen und schon blitzt und donnert es. Heute zur Abwechslung von Hagel begleitet. Ich nutze die Zeit um duschen zu gehen. Das Camp hat eine tolle Duschanlage, mit Wasser sparen meinen sie es aber fast zu gut. Meinen Bemühungen zum Trotze ist das schöne Badetuch danach nicht mehr ganz so sauber. Die schöne Gegend möchte erkundet sein und beim nächsten Sonnenstrahl wagen wir uns raus und runter zum See welcher nur ein paar hundert Meter vom Camp entfernt ist um zehn Minuten später unter sintflutartigem Regen zurück zur Jurte zu rennen. Schluss für heute… wir geben auf und verziehen uns in die Schlafsäcke. Ich lese während Pascal sofort einschläft, immer noch halb erkältet und etwas reduziert. Um sieben Uhr gibts leckeren Fisch aus dem See zum Abendessen. Der Regen lässt endlich nach und wieder einmal präsentiert sich ein Sonnenuntergang in den wunderschönsten Farben. Wie immer nach dem Regen ist es sehr kalt, aber wir lassen uns dieses Naturschauspiel trotzdem nicht entgehen und machen fleissig Fotos. Um Pascals Erkältung zu bekämpfen genehmigen wir uns auch heute einen Chinggis Wodka. Danach geht es ab in die warme Jurte und rein in den kuschligen Schlafsack.
  11. Two Tiger in Mongolia

    Vielen Dank an Silberlocke (ich finde leider keinen Namen ) und Micha für die netten Kommentare. Das ist definitiv der Fall...
  12. Eure Motorrad-Videos

    Ist zwar nicht direkt ein Motorradvideo, aber da wir mit den Tigern unterwegs waren und in einem tollen Motorradrevier gefilmt haben zählt es hoffentlich trotzdem. Es handelt sich dabei um mein erstes mit der Mavic (mein neuer Kopter) aufgenommenes Video, gleich am ersten Tag nach Empfangnahme der Drohne. Leider hatte/habe ich noch keine ND Filter weshalb ich im Automatikmodus filmen musste welcher das Bild dauernd nachregelt. Deshalb ist auch der Himmel teilweise ziemlich überbelichtet und ausgebrannt was mit einem passen ND Filter und manuellen Einstellungen deutlich besser gesteuert werden kann. Das Video resp das Bildmaterial ist trotzdem nicht schlecht wie ich finde.
  13. Two Tiger in Mongolia

    16.06.2017; Tag 12 – Ein stürmischer Tag Heute Morgen besuchen wir das Museum von Kharakhorum wo die noch erhaltenen Schätze aus der Blütezeit (1200 n. Chr.) der damaligen Hauptstadt besichtigt werden können. Danach machen wir einen Abstecher zum Kloster Erdene Zuu (1500 n. Chr) welches gleich daneben liegt und dessen Aussenmauern aus den Steinen des ehemaligen Kharakhorum erbaut wurde. Das Kloster ist ein grosser Anziehungspunkt für Touristen und entsprechend herrscht hier grosser Trubel und eine ganz andere Atmosphäre als in den abgelegenen Klöstern von Amarbayarsgalant oder Tuvkhun. Die Sonne brennt uns auf den Schädel und es ziehen bereits wieder dunkle Wolken auf. So beschliessen wir etwas früher Mittagspause zu machen um dann zügig weiterzuziehen. Wir machen ausserhalb des Städtchens einen Tankstop als wir bemerken dass sich etwas Grosses zusammenbraut. Jagaa beschliesst zurück in die Stadt zu fahren und dort den anrückenden Sandsturm vorbeiziehen zu lassen. Die Windstärken die dieser mitbringt sind gewaltig und ich bin froh nicht auf dem Bike und vor allem mitten im Sturm sitzen zu müssen. Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorüber und wir können aufbrechen. Wir fahren zuerst auf Asphalt Richtung Norden um später noch das Gokhturk Museum in Khushuu Tsaidam mit Schätzen aus der turkmenischen Zeit zu besichtigen. Danach geht es offroad zum See und unserem heutigen Ziel, dem Ugii Nuur. Die ganze Zeit über sehen wir in der Ferne Gewitterwolken welche sich entleeren. Am See angekommen glauben wir schon ihnen entkommen zu sein und stellen das grosse Zelt auf als heftige Windböen dasselbe fast auseinander reissen. Zu viert halten wir das Zelt mit aller Kraft fest. Dann setzt auch noch Regen ein und wie so oft wird es dazu extrem kalt. Nachdem auch dies überstanden ist versuchen wir die restlichen Zelte aufzustellen was nicht so einfach ist weil der Wind immer noch kräftig weht. Kurz darauf fegt noch einmal eine Sturmböenserie über den See und wieder können wir das grosse Zelt nur knapp am Boden halten. Ich sehe uns im Geiste schon alle daran hängend über den See fliegen. Das Wetter kann hier wirklich alle fünf Minuten seine Meinung ändern… Sonne raus und heiss, danach Wolken und saukalter Wind. Zu beobachten wie die Wolken sich ständig verändern ist einerseits spannend und gibt immer wieder spektakuläre Fotos, andererseits ist es auch etwas mühsam. Dauernd ist man falsch angezogen weil man entweder friert oder schwitzt. Jagaa versucht Abendessen zu kochen. Er möchte gerne Schaffleisch auf dem Grill braten und nimmt gleich ein halbes Schaf auseinander. Ich begutachte das ganze Treiben etwas kritisch und überlege mir schon was ich alternativ essen kann. Duger will schliesslich das Grillieren auf dem kleinen Holzkohlegrill übernehmen während Jagaa im Fourgon Kartoffeln mit Zwiebeln und Gurken brät. Das Essen nehmen wir ebenfalls im Fourgon ein, es ist einfach zu ungemütlich und zu kalt draussen. Entgegen meinen Erwartungen schmeckt das Fleisch absolut köstlich und ich verdrücke eine Riesenportion. Zusammen mit der scharfen Chillisauce welche hier über jedes Gericht geworfen wird. Wirklich köstlich!! Später will Duger noch mit dem Bus seine Freunde besuchen welche in der Nähe campieren. Was wiederum bedeutet dass wir uns ohne die wärmende Zuflucht des Fourgons in unsere kleinen Zelte verkriechen müssen. Da es dafür aber noch etwas früh ist beschliessen wir dem nahe gelegenen Camp respektive dessen Restaurant einen Besuch abzustatten. Bei Tee, Bier und feinstem Dschingis Khan Wodka können wir mongolische Serien im TV schauen welche Jagaa übersetzt. Schliesslich sind wir müde genug, laufen im Halbdunkel zu unserem Zeltplatz und kriechen in die Zelte. Es regnet nun leicht und in dem kleinen Tümpel neben dem See gibt es live und nur für uns ein Froschkonzert.
  14. Two Tiger in Mongolia

    15.06.2017; Tag 11 – Nach uns die Sintflut Wir haben lange und tief geschlafen und fühlen uns super erholt. Im Restaurant im Camp gibt es ein feines Frühstück und wir halten Jagaa wieder einmal eine Predigt was gesund wäre (Apfel) und was weniger gesund ist (Wurst, Speck). Also tauscht er hochmotiviert seine Wurst gegen zwei Stückchen Apfel. Nach dem Frühstück packen wir unsere tausend Sachen zusammen und starten in ein neues Abenteuer. Das heutige Ziel ist Kharakhorum, die alte Hauptstadt zu Dschingis Khans Zeiten respektive unter dessen Sohn Ugedai Khan. Die Route führt uns zuerst über den selben Weg zurück den wir am Vortag gefahren sind bis zur grossen windschiefen Holzbrücke. Was wiederum Morgensport mit Trialtraining im Vulkansteinfeld bedeutet. Bei der Brücke angekommen geht es nun in nordöstlicher Richtung weiter. Wir haben wieder viele unterschiedliche Abschnitte zu bewältigen. Mal steinhart getrocknete Erde die sich sehr zügig fahren lässt, dann wieder sandige, steinige und kurvige Strecken. Bisher habe ich die Kurven immer mit der „vorher Gas weg“ Technik vorsichtig angefahren, heute versuche ich es mit etwas höherem Tempo und Slidetechnik. Ich weiss zwar was damit gemeint ist und wie es zu fahren wäre, traue mich aber noch nicht so richtig, weil ich die Idee habe dabei mehr als gewollt zu rutschen. Der Wille ist zwar da und das Tempo auch, jedoch kneife ich im letzten Moment dann doch. Resultat: Mehr als einmal fahre ich in der Kurve gerade aus. Zum Glück immer ohne Folgen… ein paar Meter durchs Gras, den gröbsten Steinen ausweichen und wieder rein in die Spur. Ab und zu hat es auch mal geklappt, aber es besteht noch Übungsbedarf. Trotzdem kommen wir recht flott voran. Auch heute treffen wir wieder auf matschige Stellen und der Fourgon sinkt beim Queren eines vermeintlich kleinen Bächleins mit dem linken Vorderrad so hart ein, dass die Front des Fahrzeugs im matschigen Boden feststeckt. Mit vereinte Kräften schieben wir den Bus rückwärts aus dem sumpfigen Rinnsal wobei Jagaa und Pascal beim durchdrehen der Räder so richtig schön eingesaut werden. So suchen wir uns eine andere Stelle wo das Wasser weniger tief scheint, jedoch ist es schwierig abzuschätzen weil das Wasser und die Umgebung richtig moorig braun sind. Ich möchte in dieser Suppe auf keinen Fall baden gehen und versuche zügig die Stelle zu passieren. Etwas zu zügig wie ich kurz darauf feststelle. Das hochspritzende Wasser nässt mich bis auf die Unterwäsche ein und läuft gemütlich in die Stiefel. Gut gemacht Frau Tiger! Allerdings bleibe ich nicht lange nass, denn der warme Fahrtwind trocknet mich sofort. Die Strecke führt uns immer dem Fluss Orkhon entlang und wir können viele Tiere beobachten. Heute auch wieder eine grössere Gruppe Geier. Leider ist es nicht unser respektive unseres Fahrers Glückstag, denn er fährt nun auch noch einen Platten ein. Wir nutzen diese aufgezwungene Pause für die Mittagsrast. Während wir das Essen vorbereiten wechselt Duger das Rad aus und flickt auch noch die vorher leicht verschobene Lenkachse. Mit vereinten Kräften und abwechslungsweise füllen wir das Ersatzrad per Handpumpe mit Luft. Schliesslich können wir weiter fahren, was auch gut ist denn seit geraumer Zeit verfolgen uns wieder dunkle und bedrohliche Gewitterwolken. Kaum haben wir Kharakhorum erreicht kracht es gewaltig und ein heftiges Gewitter entlädt sich. Auf die Sekunde genau können wir uns bei einem grösseren Imbiss mit überdachter Terrasse unterstellen. Zwischenzeitlich gehen Jagaa und Duger Besorgungen machen während wir etwas trinken und unsere Handys checken. Nach dem Gewitter trocknet es rasch ab, der Wind bleibt aber und die schwarzen Wolken auch. So beschliessen wir anstelle des für heute geplanten Zeltplatzes lieber ein Jurtencamp zu suchen welches auch schon bald gefunden ist. In der Jurte angekommen müssen bloss ein paar zusätzliche Bretter organisiert werden damit meine Matratze nicht durch den Rost fällt der von drei mageren Brettchen gebildet wird. Es gibt warmes Wasser, Strom und schnelles Internet und alle sind happy. Nach einem tollen Abendessen welches Jagaa in der Küche des Camps zubereitet steigen wir auf die umliegenden Hügel, was sich hier wie auch sonst überall alleine der Aussicht wegen lohnt. Auf dem hiesigen Stadthügel steht ein Denkmal welches drei grosse Bilder zeigt. In der Mitte jeweils die heutige Mongolei und darum herum die eroberten Länder der jeweiligen Herrschaft. Die Aussicht ist auch hier fantastisch. Man sieht über das ganze Flussdelta und darin verstreut grosse Herden von Tieren. Zur anderen Seite sieht man Kharakhorum, ein schönes Städtchen mit ein paar tausend Einwohnern. Hier gibt es noch keine Hochhäuser und so blickt man über viele farbige Blechdächer. So gut wie jedes Haus ist von einem Gartenzaun umgeben. Die Sonne geht langsam unter und wieder bietet sich ein unglaubliches Farbenspiel. In der Weite sieht man dass irgendwo noch Regen fällt, während wir hier verschont bleiben. War ja klar, jetzt wo wir entschieden haben NICHT zu zelten.
  15. Two Tiger in Mongolia

    14.06.2017; Tag 10 – Fahrt zu den Wasserfällen Kuckucksrufe und Sonnenschein wecken uns an diesem freundlichen Morgen. Pascal hat schon die ersten Bilder geschossen als die restliche Bande aus den Zelten kriecht. Jagga reicht schon bald starken, heiss dampfenden Kaffee herum. Köstlich… dazu die Wärme der Sonne, die frische Luft und das unglaubliche Panorama. Besser lässt es sich nicht in den Tag starten. Unser heutiges Ziel liegt wiederum nicht sehr weit entfernt und so dürfen wir es gemütlich angehen. Jagaa brät „flache“ Spiegeleier mit scharfer Sauce, reicht klein geschnittene Gurken und Tomaten sowie die obligate Wurst. Wir löffeln unser Müsli und streichen Marmeladebrote. Und das alles in der freien Natur bei bestem Wetter und perfekter Stimmung. Nach dem Frühstück packen wir alles zusammen und verlassen fast ein bisschen wehmütig unseren tollen Lagerplatz. Adieu schöne Natur, Adieu 3G. Schöne Natur finden wir jedoch bereits um die nächste Kurve. Neue Pässe oder zumindest Pässchen gilt es zu erklimmen. Von weitem ist ein Vulkanfelsenfeld zu sehen und dies ist gleichzeitig unser heutiger Ort für die Aufwärmgymnastik. Steinfelder zu durchfahren ist schon beinahe wie Trialfahren. Sandige Wege voller spitzer, scharfkantiger Vulkansteine in allen Grössen. Auch hier sind die Durchfahrtsmöglichkeiten begrenzt und die Wege mit hohen Dellen und tiefen Rillen gespickt. Oft passt haargenau die Reifenbreite des Bikes zwischen zwei scharfen Steinen hindurch und ich bin wieder einmal dankbar dass ich mittlerweile das Motorrad gezielt dorthin lenken kann wo ich es hinhaben will. Dem Fourgon gebe ich aber immer einen guten Vorsprung, denn anhalten kann hier schwierig sein weil ich möglicherweise den Fuss nicht rechtzeitig auf den Boden bekomme auf dieser unebenen Buckelpiste. Die Sonne brennt uns auf den Pelz und der Schweiss läuft den Rücken hinunter weil der kühlende Fahrtwind fehlt. Nach ca 45 Minuten ist dieser Bereich geschafft und wir können wieder schneller fahren. Die ausgetrocknete Piste fühlt sich fast wie eine Autobahn an, wir wollen aber nicht übermütig werden. Immer noch tauchen vereinzelt und unvermittelt grosse, spitze und spät erkennbare Vulkansteine inmitten der Spur auf. Etwas später überqueren wir eine grosse Holzbrücke deren Pfeiler eine unglaubliche Schieflage haben, so als müsste sie jeden Moment zusammen krachen. Jedes Fahrzeug welches die Brücke überquert lässt die ganze Holzkonstruktion bedenklich schwingen. Flussdurchfahrten werden mir direkt sympathisch. Am Fluss selber labt sich eine grössere Pferdefamilie am kühlen Wasser und wieder können wir beobachten wie ganz kleine Fohlen auf staksigen Beinchen sich hinter ihren Müttern verstecken, aber trotzdem neugierig in unsere Richtung schauen. Die Pferde lassen uns recht nahe heran kommen. Überhaupt gibt es in diesem Gebiet sehr grosse Herden. Kaum haben wir die Eine hinter uns gelassen sehen wir schon die Nächste. Die Tiere legen sich auf die warmen sandigen Pisten und wir versuchen ins Gras auszuweichen. Die älteren Tiere ragieren eher gelangweilt, aber die Jüngeren stieben in alle Richtungen auseinander. Nicht gerade ungefährlich, denn abrupte Richtungswechsel sind nicht selten. Die Yaks schubsen ihre Kinder energisch voran und stellen sich uns auffordernd entgegen so dass man ihnen nicht zu nahe kommen möchte. Immer wieder geht uns durch den Kopf wie schön die Tiere es hier haben, wie zufrieden sie beieinander stehen und wie gesund sie aussehen mit ihren gänzenden Fellen. Gegen vierzehn Uhr haben wir unser heutiges Ziel erreicht. Wir beziehen unsere Jurte im nett gelegenen Camp und geniessen wieder mal eine heisse Dusche in einer blitzsauberen Duschanlage. Ich nutze die Gunst des guten Wetters und wasche unsere Protektorenhosen weil sie allmählich etwas müffeln und hänge sie zum Trocknen an die ebenso saubere Jurte. Jagaa kommt mit dem Mittagessen zu uns und beichtet dass er nur noch die Hälfte davon habe, denn die Fourgontüre sei vom Wind zugeschlagen worden und habe den Topf vom Gasherd geworfen. Die Hälfte der schönen Nudelsuppe liegt also im Gras. Essen wir eben ein bisschen mehr Brot, Chocho-Mocco und Keksi. Am Nachmittag wandern wir dann zum Orkhon Wasserfall. Durch die Eruption eines Vulkanes ist eine Schlucht entstanden durch welche nun ein Fluss fliesst. Hier hat sich ein grosses Steinbecken gebildet mit einer ca 10 Meter hohen Wand, darüber fliesst der Fluss und bildet so einen kleinen Wasserfall. Obwohl es seit unserer Ankunft immer wieder mal geregnet hat ist es hier sehr trocken und der Wasserfall präsentiert sich aktuell nur als dünnes Rinnsal. Trotzdem ist das Ganze wunderhübsch anzusehen. Wir können in einer fast kriminell anmutenden Kletterpartie sogar zum Fluss hinab steigen und dem Ufer entlang zu dem Steinbecken wandern. Dort stecken wir die Füsse ins Wasser, es ist angenehm kühl. Zurück geht es wieder über saftige Weiden wo wir die Tiere beobachten können wie sie zufrieden grasen und frei umher streifen. Der Himmel verdunkelt sich auch heute wieder und nach dem leckeren Abendessen donnert es in den Bergen. Pascal nutzt die Gelegenheit um in der Jurte wieder alle Geräte aufzuladen und ich schreibe an dem Bericht. Auf dem Bett sitzend kann ich zur Türe hinaus direkt die Yaks auf der Weide sehen und ab und zu springen fünf junge Hunde herum und tollen miteinander. In der Ferne grollt der Donner und wir haben es richtig gemütlich.
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