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Geschrieben am

Hallo Leute,

ich bin gerade drüber die Schwinge meiner 885er auszubauen. Schwingenachse lässt sich wunderbar leicht drehen aber kommt einfach nicht raus, gibt es da irgendeinen Trick?

Und das Federbein bekomm ich einfach nicht von der Schwinge, sieht aus als ob da neben der Schraube noch ein Bolzen oder so drin ist der sich nicht bewegen lässt.

Danke schon mal im voraus für die Hilfe.

Gruß Martin

Geschrieben (bearbeitet)

Am Federbein ist noch eine Stahlhlüse drin.

Die habe ich mit einer passenden Nuss mit Verlängerung rausgeschlagen.

Da ich die Hülse so niemals mehr reinbekommen hätte, habe ich die Bohrung aufgerieben, sodass ich die Hülse mit leichtem Druck einführen kann.

Vorsicht, an der Federbeinaufnahme ist ein offenes Nadellager. Da habe ich ordentlich Fett reingemacht, damit die Nadeln halten (wegen Zusammenbau).

Zum einfachen Einführen der Stahlhülse habe ich mir einen Dorn mit Zentrierspitze angefertigt.

Zur Schwingenachse: Wenn die sich dreht, dann muss sie auch rausgehen.

Schlag mal mit einem passenden Durchtreiber drauf.

Weiterhin benutze die Suchfunktion, steht eine Menge zum Schwingenausbau drin (855 sowie 955, gleiche Schwinge mit Excenter).

Viel Glück

bearbeitet von tornadotiger
Geschrieben (bearbeitet)

Servus,

naja wenn sich die Achse dreht muss sie nicht unbedingt auch rausgehen.

Es kann sein dass die Achse in den Lagerhülsen festgegammelt ist und dann kannst Du wunderbar drehen aber in Achsenrichtung bewegt sich gar nichts.

Für diesen Fall hab ich mir einen "Achsenabzieher" gebastelt.

Und zwar aus einem Stück Rohr einer dicken Beilagscheibe und einer Gewindestange die in die Achsengewinde passt, siehe Skizze. Natürlich muss die Achse in das Rohr und das Rohr entweder in die Schraubenführung am Rahmen oder aussen drüber passen. Besser ist aber innen.

Damit kann man die Achse mit richtig Kraft aus dem Rahmen und der Schwinge ziehen.

Was auch hilft ist wenn man vorher das ganze mit Rostlöser flutet.

Gruss Wolfgang

post-10-1349621869_thumb.png

bearbeitet von Easy
Geschrieben

Danke fuer die Antworten,

also doch etwas Gewalt einsetzen, hab ich verstanden. Das Lager vom Federbein ist mir eigentlich egal da ich meine Tiger ja Zerlegt hab und das Federbein sowieso am Ende ist, nur die Schwinge brauch ich noch.

Danke nochmal Gruss Martin

Geschrieben

Moin Martin,

bei meinem Tiger saß die Schwingenachse auch bombenfest. Flutungen mit Kriechöl brachten auch nix. So habe ich mir einen Abzieher gebaut, ähnlich dem von Wolfgang skizzierten. Vorteilhaft ist, wenn sich das Distanzrohr in der Hülse im Rahmen abstützen kann....

Mein Abzieher sieht so aus...

Schöne Grüße

Jens

post-10-1349702714_thumb.jpg

Geschrieben

Hallo Jens,

hast Du mal die Abmessungen für mich?

gerne auch per PM.

Danke und Gruß

Harty

Geschrieben (bearbeitet)

Moin Harty,

für alle, die sich auch so eine Abzieher bauen wollen, hier die Rezeptur ;) - ich habe halt auf Teile zurückgegriffen, die in unserem Werkzeugbau vorhanden waren und entsprechend angearbeitet.

Bauteile:

Maschinenschraube M16 x 200, bearbeitet auf den ersten 25mm. Abgedreht auf Durchmesser 14 und Gewinde M14 x 1,5 (Feingewinde) geschnitten. Das Gewinde M16 bis kurz vor den Kopf geschnitten.

Mutter M16 einfach

Unterlagscheibe M16 einfach

Rohrabschnitt 30 x 2 (30 mm Außendurchmesser und 2mm Wandstärke - kann auch 3mm Wandstärke sein) und 130mm lang. Wichtig ist, daß beide Enden plan und parallel abgedreht sind, andernfalls zieht man schief und die Gewinde reißen ab !!!

Blech mit 17mm Loch als Druckplatte. Da schon große Kräfte auftreten können, sollten es mind. 6mm Dicke sein. Ich habe den Kollegen am Laser gebeten mir aus 10 mm starkem Stahl eine solide Unterlegscheibe zu schneiden.

Verwendung: Wie auf dem Bild zusammengesteckt. Beide Schrauben aus der Schwingenachse entfernt und den Gewindezapfen in die Achse einschrauben. Dann Schraubenkopf halten und mit einem Maulschlüssel die Mutter von der langen Schraube herunterdrehen. Dadurch wird die Achse herausgezogen - etwas mühselig aber geht. Das Rohr stützt sich in der Vertiefung des Rahmen ab und so bleiben keine Spuren zurück.

Technisch völlig einfach, jedoch sollten die Bauteile nicht schwächer dimensioniert werden. Bei der Demontage der Schwingenachse ist das Rohrstück durch den Druck schön heiß geworden - mit der Schraube entstehen schon enorme Kräfte. Mit dem Abzieher bekommt man die Achse zur Hälfte heraus, der Rest geht dann durch ausschlagen mittels geeignetem Rundmaterial (z.B. Knebelstange) von der Gegenseite.

Viel Spaß beim Basteln

Jens

bearbeitet von Technikfan
Geschrieben

Jens,

viele Dank, sehr gut,

aber für was ist die kurze Schraube auf deinem Bild rechts neben der Abziehvorrichtung?

Grüße

Harty

Geschrieben

Moin Harty,

die kurze Schraube wird für den ABzieher nicht benötigt. Ich hatte diese als Gegenstück für die andere Seite der Achse gedacht, falls noch motivierende Hammerschläge benötigt werden - ist aber wenig sinnvoll, da beim Schlager der Rahmen elastisch reagiert und die Welle nix macht.

Der beschriebene Abzieher reicht vollig.

Schöne Grüße

Jens

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